Mittwoch, 3. August 2005

IAAF-Kongress in Helsinki: Fehlstartregel und Dopingsperren sollen verschärft werden

  • Verdoppelung der Doping-Sperren bei Erstsündern?

Die Entscheidung über die Verschärfung der Fehlstartregel und ein realitätsferner Vorstoß zur Verdoppelung der Doping-Sperre für Erstsünder auf vier Jahre werden beim 45. Kongress des Leichtathletik-Weltverbandes in Helsinki im Vorfeld der WM im Blickpunkt stehen. "Der Vorschlag für die neue Fehlstartregel hat bereits eine Kontroverse ausgelöst. Das ist eine spannende Thematik", sagte IAAF- Vizepräsident Helmut Digel.

Der Vorstoß seines IAAF-Amtskollegen Amadeo Francis (Puerto Rico), die Doping-Strafe drastisch zu erhöhen und bei einer Wiederholungstat sogar den lebenslangen Bann zu verhängen, stößt dagegen nur auf Ablehnung. "Das wäre ein Rückschritt", betonte Digel. Die IAAF hatte von Anfang bis Mitte der 90-er Jahre einen ersten Doping-Verstoß mit vier Jahren Sperre geahndet, was rechtlich jedoch umstritten war und ist. Deshalb reduzierte die IAAF das Strafmaß auf zwei Jahre, was inzwischen auch im Welt-Anti-Doping-Code festgeschrieben ist.

Brisant ist auch das Thema Fehlstart: Bisher ist der Verursacher des ersten Fehlstarts nur verwarnt worden, der Läufer, der den zweiten auslöste, wurde jedoch disqualifiziert. "Diese Differenzierung ist nicht einzusehen, beides sind individuelle Fehler", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Die neugefasste Regel sieht einen sofortigen Ausschluss eines Athleten bei einem Fehlstart vor.

Neben den Beratungen über 300 Anträge, von denen sich 272 auf Wettkampfregeln beziehen, gibt es nur eine personelle Entscheidung zu treffen. So soll eine dritte Frau in das IAAF-Council gewählt werden. Insgesamt gibt es sechs Kandidatinnen, darunter die siebenfache Olympia-Medaillengewinnerin und Ex-Sprinterin Irina Szewinska aus Polen und Ellen Van Langen aus den Niederlanden, Olympiasiegerin über 800 Meter von 1992.

Wenig Aussicht auf Erfolg wird das Begehren des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) haben, die Europameisterschaften alle zwei statt vier Jahre und die WM alle vier Jahre (bisher zwei) auszutragen. (apa/red)

3.8.2005 10:02