Dienstag, 2. August 2005

Zum zehnjährigen Jubiläum: Freiluft-WM kehrt nach 22 Jahren nach Helsinki zurück

  • 900 Dopingtests - Gesamtdotation von 7,3 Mio. Dollar
  • 3.000 Meter Hindernis der Frauen neu im Programm

22 Jahre nach der WM-Premiere steht das Olympiastadion von Helsinki wieder im Zentrum der Leichtathletik-Welt. Eine erstmals zweigeteilte Eröffnungsfeier wird die X. Freiluft-Weltmeisterschaften am 6. August stimmungsvoll mit Pop und Rock einleiten - als farbenprächtige und klanggewaltige Zeitreise durch die WM-Geschichte.

Fast 2.000 Athleten werden bis zum 14. August in den 47 Entscheidungen (24 Männer/23 Frauen) um die Medaillen kämpfen. Die 3.000 Meter Hindernis der Frauen erleben im Olympiastadion von 1952 ihre WM-Premiere. Mit dabei in dieser Disziplin ist auch die Österreicherin Andrea Mayr.

Der erste "Weltrekord" soll nach den Vorstellungen des Weltverbandes IAAF und der Organisatoren um OK-Generalsekretär Antti Pihlakoski bereits vor dem Startschuss fallen. "Wir hoffen auf eine Beteiligung von Athleten aus 205 Ländern", sagte der Finne. 2003 in St. Denis waren Sportler aus 203 Nationen am Start.

Finnland ist seit Jahrzehnten die Heimat der weltbesten Speerwerfer, kein Wunder, dass der 10. August längst ausverkauft ist, denn an diesem Tag wird Speerwurf-Gold für die Männer vergeben. "Ich hoffe, dass die WM noch besser wird als die 1983 in Helsinki", meinte Langstrecken-Legende Lasse Viren. "Wenn Finnland eine Medaille holen würde, wäre das schon gut." In St. Denis war Suomi leer ausgegangen.

Arena mit 40.000 Plätzen - 3.000 Freiwillige sind am Werk
Auf 28,5 Millionen Euro bezifferte Pihlakoski das Budget der Jubiläums-Weltmeisterschaften. Rund 1,5 Millionen Euro ließen sich die Finnen die Renovierung der Arena kosten. Das schmucke Stadion bietet 40.000 Zuschauern Platz, für jede der 16 Vormittags- bzw. Abendveranstaltungen kamen allerdings nur 25.000 Karten zum Verkauf. Rund 10.000 Plätze sind für die Medien, 5.000 für VIPs reserviert. Die rund 3.000 Mitglieder der WM-Delegationen werden im Studentendorf Otaniemi in Espoo wohnen - mit dem Bus sind sie in etwa 20 Minuten am Ort des Geschehens.

Live-Bilder aus dem Olympiastadion, wo der legendäre Emil Zatopek 1952 drei Mal Olympia-Gold erkämpfte, sollen diesmal in 192 Länder übertragen werden. Das wäre ein TV-Rekord. Fernsehbilder von der WM in St. Denis wurden in 182 Ländern empfangen. Über 3.000 freiwillige Helfer sollen mit zum Erfolg der WM in der finnischen Hauptstadt beitragen.

Ein Weltrekord ist 100.000 Dollar wert
Rekordverdächtig sind auch die Prämien und die Zahl der Dopingtests. Insgesamt 7,336 Millionen Dollar können sich die Athleten durch Spitzenplätze dazu verdienen - vorausgesetzt, sie stehen im Finale. Ein Weltrekord spült nochmals 100.000 Dollar aufs Konto, diesen Bonus würden die Hauptsponsoren Toyota (Frauen) bzw. TDK (Männer) übernehmen.

Schon vor der WM soll es 100 Dopingtests geben, 500 Kontrollen während der Weltmeisterschaften, dazu 300 EPO-Tests - insgesamt also rund 900. "Das ist ein Weltrekord, auf den wir stolz sind", sagte OK-Präsident Ilkka Kanerva.


Die Preisgeld-Verteilung der X. Leichtathletik-Weltmeisterschaften von 6. bis 14. August in Helsinki:

43 Einzel-Entscheidungen:
Gold: 60.000 Dollar (49.615 Euro)
Silber: 30.000 Dollar (24.808 Euro)
Bronze: 20.000 Dollar (16.538 Euro)
Platz vier: 15.000 Dollar (12.404 Euro)
Platz fünf: 10.000 Dollar ( 8.269 Euro)
Platz sechs: 6.000 Dollar ( 4.962 Euro)
Platz sieben: 5.000 Dollar ( 4.135 Euro)
Platz acht: 4.000 Dollar ( 3.308 Euro)

Vier Staffel-Bewerbe (pro Team):
Gold: 80.000 Dollar (66.154 Euro)
Silber: 40.000 Dollar (33.077 Euro)
Bronze: 30.000 Dollar (24.808 Euro)
Platz vier: 16.000 Dollar (13.231 Euro)
Platz fünf: 12.000 Dollar ( 9.923 Euro)
Platz sechs: 8.000 Dollar ( 6.615 Euro)
Platz sieben: 6.000 Dollar ( 4.962 Euro)
Platz acht: 4.000 Dollar ( 3.308 Euro)

(apa)

2.8.2005 08:51