Mittwoch, 3. August 2005

Motorrad-Champ Rossi ist Ferrari-Kandidat:
Ordiniert der 'Dottore' bald in der Formel 1?

  • MotoGP-Champ hat bei Ferrari "alle Möglichkeiten"
  • Montezemolo: Schumacher soll bis 2006 fahren

Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi soll "Lehrling" von Michael Schumacher bei Ferrari werden. "Valentino ist ein Superstar. Wir geben ihm alle Möglichkeiten", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und unterstrich das Interesse der Scuderia an einer Verpflichtung des sechsfachen Weltmeisters. Gleichzeitig erneuerte der Chef des Fiat-Konzerns den Freibrief für Schumacher und beendete die Wechsel-Spekulationen um den siebenfachen Champion: "Michael wird seine Karriere bei Ferrari beenden. Das ist hundertprozentig so."

Die Situation, so sagte Montezemolo, sei "sehr einfach". Vor eineinhalb Jahren habe er Schumacher freie Hand gegeben, nun müsse der Rekord-Weltmeister seine Entscheidung treffen. "Wenn er weiterfahren will, dann sind wir sehr, sehr erfreut, denn er ist der beste Fahrer der Welt. Wenn er seine Karriere beenden will, dann respektieren wir seine Entscheidung. Der Zeitpunkt steht aber noch nicht fest", sagte der 58-Jährige.

Montezemolo baut auch in den nächsten Jahren auf seinen deutschen Star: "Er ist ein sehr motivierter junger Fahrer. Er hat schon viel gewonnen, aber für mich ist das noch nicht genug. Er hat noch viele Aufgaben vor sich." Nach Schumacher-Sponsor DVAG verlängerte am Wochenende auch der Tabakkonzern Philip Morris den Vertrag mit Ferrari bis ins Jahr 2011. Ein weiterer Fingerzeig, dass der Rekord-Champion seine Karriere wohl nicht so schnell beenden wird.

Alles bereit fürs Schumi-Erbe
Formel-1-Chef Bernie Ecclestone glaubt hingegen, dass Schumacher "Ende 2006" aufhören wird. "Ich wette, dann wird Raikkönen für Ferrari fahren und es würde mir gefallen, wenn Rossi an seiner Seite wäre", sagte der Brite. "Raikkönen und Rossi - das klingt gut, nicht wahr? Alle wissen, dass Kimi ein fantastischer Pilot ist. Das wäre für Ferrari ein großer Wurf", sagte Ferrari-Technikchef Ross Brawn. In den sportlich schweren Zeiten spielt auch Brawn die "Trumpfkarte Rossi".("La Stampa") mit Vergnügen. "Er wird testen und mehr Zeit im nächsten Jahr haben, um sich dem Abenteuer zu stellen", kündigte der Brite ein Ausbildungsprogramm für den Motorradstar an. Was als Mega- Coup enden könnte, begann als Werbegag.

"Valentino liebt Autos, er liebt Ferrari. Wir haben ihm die Chance gegeben, Spaß zu haben", erzählte Montezemolo von den Anfängen der Liaison. Doch der Zweirad-Heros war auf Anhieb auch auf vier Rädern schnell. Bei seinem Test war er nur eineinhalb Sekunden langsamer als Schumacher. "Wenn Rossi und Ferrari zusammengehen, dann, um die WM zu gewinnen und sicher nicht aus Showgründen", sagte Montezemolo.

Zwei- und Vierrad-Könige
Der letzte, der den Umstieg wagte, war Johnny Cecotto. 1993 und 1994 fuhr der ehemalige Weltmeister aus Venezuela immerhin 18 Grand-Prix-Rennen und holte einen WM-Punkt. Weltmeister auf zwei und vier Rädern wurde John Surtees, der 1964 den Formel-1-Titel holte - mit Ferrari. Vier Mal gewann der Brite zuvor den Titel auf Agusta. Auch sein Landsmann Damon Hill, der Formel-1-Weltmeister von 1996, begann seine Motorsportkarriere auf zwei Rädern.

"Man bietet Rossi an, wenn er Lust hat zu fahren und ein bisschen Spaß zu haben. Allerdings ist es nichts Ernstes, ich weiß aber nicht, inwiefern es für ihn einmal ein ernsthaftes Thema werden könnte", sagte Schumacher. "Wenn er lernt, die Schwierigkeiten, auf hohem Niveau zu fahren, in den Griff zu bekommen, wird er sehr schnell sein. Ich sehe keinen Grund, warum er nicht in der Formel 1 fahren sollte", erklärte Brawn. (apa/red)

3.8.2005 12:01
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts