Freitag, 5. August 2005

Nach erobertem Stammplatz zählt Leistung: Macho mit Bundesliga-Debüt AufSchalke!

  • Wiener hütet erstmals Tor des 1. FC Kaiserslautern

Die Entscheidung über Nummer eins des 1. FC Kaiserslautern ist erst am Montag in einem Gespräch zwischen dem neuen Trainer Michael Henke sowie den zwei Torhütern Jürgen Macho und Thomas Ernst gefallen. Der Feldherr des deutschen Fußball-Bundesligisten hat seine Wahl so begründet: "Es war sehr eng, Jürgen ist ein bisschen jünger, aber ebenfalls erfahren und hat letztlich die bessere Vorbereitung gespielt - ohne Fehler."

Ernst, der vorige Saison den verletzten und inzwischen zu Werder gewechselten Tim Wiese gut vertreten hatte, musste schlucken, hingegen verließ sein Rivale den Raum mit funkelnden Augen. "Das ist für mich natürlich eine Super-Sache. Ich war nicht überrascht, habe im Training alles gegeben", so Macho, der weiß, wie es seinem Vorgänger mit dem Reservisten-Dasein jetzt ergeht muss. "Das habe ich auch schon öfters durchgemacht."

Der Torhüter, der im Winter ablösefrei von Rapid gekommen war, hat das Vertrauen des Trainers erhalten und sein erstes Etappen-Ziel erreicht. "Ich bin die Nummer eins, jetzt muss ich aber meine Chance nützten und auch die Leistung bringen." Dennoch verliert der 27-Jährige nicht den Boden unter den Füßen. Es könne ja schnell etwas passieren. So wie zuletzt 2003, als ihn durch einen Kreuzbandriss das Glück verlassen hat.

Schalke-Partie als "riesiges Erlebnis"
Doch er hat nach dieser schweren Verletzung nicht aufgegeben, ist wieder zurückgekehrt. Sein Liga-Debüt gibt Macho am Sonntag ausgerechnet in einer Arena, die so manchem Gegner Ehrfurcht einflößt. "AufSchalke wird sicher ein riesiges Erlebnis, aber ich habe keine Angst, bin an eine so tolle Atmosphäre aus England gewöhnt", sagt der FCK-Keeper mit kühlem Kopf. "Wir wollen einen Punkt oder drei Zähler mitnehmen, das wichtigste wäre für mich, die Null rüberzubringen."

Oberstes Ziel für die Pfälzer ist es, so rasch wie möglich die 40-Zähler-Marke zu schaffen. "Und wir wollen von Beginn an der unteren Tabellenregion fernbleiben und guten Fußball spielen." Erst wenn diese 40 Punkte erreicht seien, könne man sich neue Ziele setzten, so der Wiener, der einst die Vienna verlassen hatte, um im Sommer 2000 zum FC Sunderland, später zu Chelsea (ab Mai 2003) zu wechseln und schließlich wieder in die Heimat (ab Sommer 2004 Rapid) zurückzukehren.

Mehrere Gespräche mit Trainer Henke
Macho fühlt sich derzeit pudelwohl, was die Voraussetzung für gute Leistung sind. "Es ist derzeit alles bestens. Ich hatte mit Henke mehrere Gespräche geführt, habe mit ihm kein Probleme, wenngleich meine Hauptbezugsperson Tormann-Trainer Gerald Ehrmann ist." Läuft es in der Pfalz für den Ösi nach Wunsch, dann wird es sicherlich für ihn auch wieder in Sachen ÖFB-Nationalteam (zwei Einsätze/November 2002 gegen Norwegen 0:1 und Februar 2005 auf Zypern 1:1 gegen Lettland) gut laufen.

Die Entscheidung einer Einberufung für das Länderspiel am 17. August in Graz gegen Schottland liege natürlich bei Teamchef Hans Krankl. "Er hat in schlechten Zeiten zu mir gehalten. Ich lasse keine Worte, sondern Taten sprechen." Als Favoriten für die 43. Bundesliga-Saison, die am Freitag mit FC Bayern - Borussia M'Gladbach begann, nannte Macho übrigens die Münchner und Schalke 04. "Die zwei werden sich den Titel ausmachen. Zwei, drei Klubs wie Martin Stranzls VfB Stuttgart werden mitreden", so Macho.

(apa)

5.8.2005 12:42