Donnerstag, 4. August 2005

"Mein Leben": Die besten Anekdoten von Ex-Teamchef Herbert Prohaskas in Buchform

  • Präsentation mit einigen "Taufpaten" und Gratulanten

Im ORF ist er als TV-Analytiker zu sehen und zu hören. Und ab sofort kann der Interessierte auch in einem Buch über ihn lesen. "Mein Leben - Herbert Prohaska", im Verlag Carl Ueberreuter erschienen und von den beiden "Sportwoche"-Journalisten Toni Huemer und Tom Hofer verfasst, erzählt auf 240 Seiten in Wort, Bild und Statistik von einer österreichischen Kicker-Legende.

Bereits am Donnerstag wurde das Werk (Preis 19,95 Euro) eines heimischen Champions, der sportliche Höhen erreicht, aber stets auf dem Boden der Realität geblieben ist, standesgemäß in der Champions Bar im Wiener Marriott präsentiert. Als "Taufpaten", aber auch als Gratulanten war mit ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, dessen Vorgänger Beppo Mauhart, Teamchef Hans Krankl, Ex-Mitspieler Toni Pfeffer, dem früheren Austria-Förderer Leopold Böhm (Prohaska: "Mein zweiter Vater") etc. viel Prominenz gekommen.

Die Laudatio auf die Biografie hielt Mauhart, der den Wiener zum "erfolgreichsten ÖFB-Teamchef nach 1945" gemacht hatte. "Dieses Buch über das Gesamtkunstwerk namens Prohaska sollte man unbedingt lesen, es gibt auch bewegende Einblicke in Familiäres", meinte der frühere AT-General. Das Geburtstagskind, das 35 Jahre Fußball-Geschichte mitschrieb, versuchte sich wie stets in seinem Leben Bescheidenheit und Zurückhaltung aufzuerlegen. "Die Idee des Buches kam nicht von mir, sondern von den Autoren."

Prohaska hofft auf eine ausverkaufte Auflage
Der Stil, wie seine Autobiografie geschrieben wurde, gefällt ihm aber. Und so rührte der 50-Jährige, der in Klosterneuburg wohnt, auch gleich die Werbetrommel. Er wäre schon schwer enttäuscht, sollte das Buch nicht in den nächsten Wochen ausverkauft sein. Eine Kostprobe aus seinem Erlebten abseits und auf dem Grünen Rasen gab Prohaska, der am 13. August (ab 15 Uhr) in der Wiener Buchhandlung Morawa (Wollzeile 11) eine Signierstunde abhält, schon am Tag der Präsentation in Form von Anekdoten.

Er erzählte, warum er ausgerechnet 1955 geboren wurde ("Mein Vater war Fan der Vienna, die in diesem Jahr zuletzt Meister wurde, er hat sich mich als seine persönliche Titelprämie ausgedacht"), warum er als Kind über seine Schneckerl unglücklich war ("Ich wollte glatte, lange Haare wie die Beatles, suchte einen Friseur auf, der mir aber die Kopfhaut mit Beize verätzte. Damit waren lange Haare für mich erledigt") oder wie er 1974 in Istanbul zu ersten ÖFB-Teamehren kam ("Leopold Stastny bot mir auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel an, wenn ich meinen Bart abrasiere, würde ich ein Fixleiberl haben").

Das erste Austria-Gehalt wurde in einen Teppich investiert
Weitere Geschichten beschreiben, was der einstige Techniker mit der Rückennummer acht anlässlich der 78er-WM als Teamprämie bekam ("Es gab nur Naturalien, ich habe mir ein TV-Gerät genommen"), was er um das erste, bei Austria verdiente Geld kaufte ("Einen 10.000 Schilling teuren Teppich für meine Familie"), warum er im Familienkreis nicht als Fußball-Fachmann ("Weil ich fast immer mit meinen Tipps verliere") anerkannt wird oder als Aktiver bei Gegnern und Schiedsrichtern kaum Sympathien ("Ich habe für Didi Kühbauer Verständnis, ich war ein noch ärgerer Meckerer und ein schlechter Verlierer") hatte.

Der Jubilar gesteht, dass der Trainer Prohaska mit dem Spieler Prohaska Probleme hätte, er einen Rausschmiss nicht ausschließen würde. Kein Hehl macht der "Schneckerl" aus seinem gestörten Verhältnis zu Austria-Mäzen Frank Stronach. "Ich bin nicht böse, weil er mich rausgeschmissen hat. Ich bin enttäuscht, weil er Leute holt, er aber alleiniger Held sein möchte. Bisher ist für den Aufwand wenig herausgekommen, das schmerzt", betonte die violette Ikone. (apa)

4.8.2005 14:50