Trotz Konjunkturflaute in Deutschland: Bundesliga profitiert vom großen WM-Boom
- Vereine gaben mehr als 71 Mio. für Transfers aus
- Klubs mit Abo-Rekorden, 100 Mio. Sponsoreinnahmen
Die Konjunktur schwächelt, aber der Fußball boomt. So könnte man die Anfang August beginnende 43. Saison der deutschen Fußball-Bundesliga im Vorfeld der Heim-WM 2006 sehen. Ein erstes Indiz dafür liefert der Konsument. Vor dem Start wurden schon mehr als 360.000 Abos verkauft und damit so viel wie niemals zuvor. "Der gerade erst aufgestellte Zuschauer-Rekord wird geknackt, da bin ich mir sicher", meint Leverkusen-Sportdirektor Rudi Völler.
Erstmals seit vier Jahren sind auch die Umsätze auf dem Transfermarkt gestiegen. Trotz aller Sparzwänge bewiesen die 18 Vereine wieder mehr Mut zu Investitionen. Zehn Tage vor dem Anpfiff gaben sie insgesamt 71,13 Mio. Euro für 136 neue Spieler aus. Dem stehen Gesamteinnahmen von 75,54 Mio. Euro für 156 abgegebene Akteure gegenüber. Unter dem Strich ergibt sich damit eine positive Bilanz mit einem Ertrag von 4,41 Mio.
Teuerster Spieler Valerien Ismael: Für acht Millionen nach München
Den teuersten Spieler in diesem Sommer leistete sich wieder einmal der FC Bayern, der für Valerien Ismael acht Millionen an Werder Bremen überwiesen hat. Für angeblich die gleiche Summe sicherte sich der Stranzl-Klub VfB Stuttgart den dänischen Teamstürmer Jon Dahl Tomasson vom AC Milan. Die Schwaben, die im Sommer 8,5 Mio. ausgaben, aber 24,5 Mio. einnahmen, hatten dafür Kevin Kuranyi um sieben Millionen zum FC Schalke ziehen lassen.
Dressen-Sponsoring für 100 Millionen Euro
Wenn es noch eines Beweises für den Bundesliga-Aufwärtstrend bedarf, dann liefert ihn das Dressen-Sponsoring. In diesem Bereich haben die 18 Klubs die 100-Millionen-Euro-Grenze heuer überschritten. Primus ist auch hier der FC Bayern, der je nach Erfolg und TV-Präsenz bis zu 20 Mio. Euro von der Deutschen Telekom kassiert. Nimmt man die zum Teil geschätzten maximal möglichen Beträge als Grundlage, dann bringt das Business mit dem Brust-Emblem der Bundesliga 103,8 "Mille" pro Saison.
(apa)
