"Ihr werdet euch nie wieder in Sicherheit wiegen": Al-Kaida droht mit neuem Anschlag
- Londoner Bürgermeister fordert Rückzug aus Irak
- Tausende Polizisten sichern die Innenstadt Londons
·Terror-Anschläge mit
Selbstbau-Sprengstoff
Bomben vermutlich mit Mobiltelefonen gezündet!
·London-Terror: Zwei Frauen angeklagt!
Sie sollen Informationen zurückgehalten haben
·Blair: Hasspredigern das Handwerk legen
Antiterror-Regelung soll Ausweisung ermöglichen
·Rassistische Über-griffe nach Attentaten
Zahl der Angriffe hat um 600 Prozent zugenommen
·Die Lebensläufe der 8 London-Attentäter
Herkunft und Hintergrund lassen Fahnder rätseln
·Islam keine Recht-fertigung für Terror
Schakfeh: "Arrogantes" Auftreten der USA
·Nach Anschlägen:
U-Bahn fährt wieder
Aber noch kleine Ein- schränkung auf 2 Linien

Das Terrornetzwerk El Kaida hat Großbritannien und den USA neue Anschläge mit "Hunderttausenden von Toten" angedroht. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichte am Donnerstag eine Videobotschaft von Ayman al Zawahiri, dem Stellvertreter von El-Kaida-Chef Osama bin Laden. Das, was nun komme, werde die Anschläge in New York und Washington am 11. September 2001 in den Schatten stellen. Ob das Band echt ist, war zunächst unklar.
"Unsere Botschaft ist klar. Was ihr in New York und Washington gesehen habt, was ihr jetzt im Irak und Afghanistan seht, all das ist nichts im Vergleich zu dem, was ihr als nächstes erleben werdet", sagte Al Zawahiri an die Adresse Londons und Washingtons.
"Ihr werdet euch nie wieder in Sicherheit wiegen"
Al Zawahiri erinnerte die USA und Großbritannien daran, dass Bin Laden ihnen im Gegenzug für einen Abzug ausländischer Truppen aus moslemischen Ländern eine Waffenruhe angeboten habe. "Hat Bin Laden euch nicht gesagt, ihr werdet euch nie wieder in Sicherheit wiegen können, solange es keine Lösung in Palästina gibt und nicht alle ausländischen Truppen aus moslemischem Land abgezogen sind?", sagte er. "Am Ende werdet ihr (aus Irak und Afghanistan) abziehen, aber zuvor wird es noch Hunderttausende von Toten geben."
Gleichzeitig machte Al Zawahiri die Außenpolitik des britischen Premierministers für die jüngsten Serien von Terroranschlägen in London verantwortlich. "Blair bringt Zerstörung ins Zentrum von London und wird weitere Zerstörung verursachen, wenn er seine Politik fortsetzt", sagte Al Zawahiri in Anspielung an den Irak-Einsatz der Briten weiter. Der Stellvertreter Bin Ladens hatte sich zuletzt Ende Juni zu Wort gemeldet.
Vier Wochen nach den blutigen Terroranschlägen hat die Londoner Polizei zur Verhinderung einer weiteren Wiederholungstat tausende Beamte eingesetzt. Bewaffnete Polizisten patrouillierten in den U-Bahn-Stationen sowie in zahlreichen Straßen der Innenstadt. Zusätzlich wurden Beamte in Zivilkleidung eingesetzt, wie der Vizechef der britischen Verkehrspolizei, Andy Trotter, mitteilte.
Die von den blutigen Anschlägen am schwersten getroffene U-Bahn-Strecke Piccadilly wurde am Donnerstag wieder in Betrieb genommen. In einem Zug zwischen den Stationen King's Cross und Russell Square starben 21 der insgesamt 56 Menschen, die am 7. Juli ums Leben kamen. Die Piccadilly Line ist mit durchschnittlich 536.000 Fahrgästen pro Werktag eine der am meisten genutzten U-Bahn-Strecken Londons.
17 Verdächtige in Gewahrsam
Bei Raumtemperatur zerfällt der Stoff. Die Bombenleger kühlten ihn in einem gewöhnlichen Kühlschrank in ihren Wohnungen in Leeds, wie NYPD-Terrorexperte Michael Sheehan mitteilte. In Getränkekühlern hätten sie die Bomben nach London transportiert. Die drei Bomben in den U-Bahnen seien vermutlich mit Mobiltelefonen gezündet wurden, deren Wecker auf 08.50 Uhr eingestellt waren. Rund eine Stunde später war in einem Bus eine vierte Bombe explodiert.
Von den 17 Verdächtigen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 7. und vom 21. Juli festgehalten werden, sollte am Donnerstag der erste vor Gericht erscheinen. Der 23-Jährige wird beschuldigt, der Polizei Informationen über Personen vorenthalten zu haben, die an der zweiten Anschlagsserie oder an ihrer Planung beteiligt waren.
Die britische Polizei hat derzeit 14 Terrorverdächtige in Gewahrsam, drei weitere werden in Italien festgehalten. Großbritannien hat die Auslieferung von einem der drei, dem mutmaßlichen Bombenleger Hamdi Issac, beantragt. Die Anhörungen dazu sollen am 17. August beginnen, wie am Donnerstag aus Gerichtskreisen in Rom verlautete.
(apa/red)
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