Hohe Zahlungen: Überlebende der Londoner
Attentate bekommen bis zu 725.000 Euro!
- Auch deren Angehörige sind anspruchsberechtigt
Die überlebenden Opfer der Anschläge von London können bis zu umgerechnet 725.000 Euro an Entschädigung bekommen. Wie die zuständige Regierungsbehörde am Mittwoch mitteilte, handelt es sich dabei um eine Höchstsumme, wie sie etwa Opfer geltend machen können, die bis zum Ende ihres Lebens eine Behinderung haben werden. Bei den Attentaten auf drei U-Bahnen und einen Bus waren am 7. Juli inklusive der vier Terroristen 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden.
Für die Familien der Todesopfer sei eine Basissumme von umgerechnet 16.000 Euro vorgesehen, hieß es weiter. Sprecher von Opfergruppen kritisierten diese Summe als "Almosen". Die Behörde wies jedoch darauf hin, dass sich die Entschädigung auch bei Familienangehörigen in Einzelfällen durchaus ebenfalls auf mehrere hunderttausend Euro summieren könne. Dies treffe etwa für Kinder oder Ehefrauen zu, die den allein berufstätigen Vater verloren haben.
Am selben Tag wurde bekannt, dass die Zahl der Angriffe gegen Muslime in London seit den Anschlägen vom Juli um 600 Prozent in die Höhe geschnellt ist. Nach Angaben von Scotland Yard registrierte die Polizei seit den Selbstmordattentaten vom 7. Juli 269 Fälle von Beleidigungen, Körperverletzung oder von Beschädigungen von Moscheen in der Hauptstadt. Im selben Zeitraum des Vorjahres gab es nach den Angaben nur 40 solcher Vorfälle. Tarique Ghaffur von Scotland Yard sagte dazu: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass solche gegen die muslimische Gemeinschaft gerichteten Vorfälle zugenommen haben."
Wie Zeitungen weiter berichteten, arbeitet die Polizei in London auf Grund der Terrorermittlungen mittlerweile an ihren personellen und finanziellen Grenzen. An der direkten Fahndung nach Terroristen arbeiteten täglich 1000 Polizisten bis zu zwölf Stunden, und dies sieben Tage die Woche, hieß es in der "Times" und im "Guardian". Täglich entstünden Kosten in Höhe von umgerechnet etwa 750.000 Euro. Nun könnte eine Art "Terrorsteuer" auf die Bewohner der Metropole zukommen.
Sambia will Verdächtigen ausliefern
Unterdessen bestätigte die Regierung von Sambia, den Terrorverdächtigen Haroon Rashid Aswat (30) an Großbritannien ausliefern zu wollen. "Aswat ist ein Brite und wird in sein Herkunftsland abgeschoben", sagte der sambische Präsident Levy Mwanawasa. Aswat gilt nach Berichten als mutmaßlicher Hintermann der Selbstmordanschläge vom 7. Juli. Aswat soll 20 Mal mit den Londoner Selbstmordbombenlegern telefoniert haben. Der in sambischer Haft sitzende Brite indischer Abstammung war nach amerikanischen Polizeihinweisen in Südafrika aufgespürt worden. Britische Medien hatten Aswat als "britischen Al-Kaida-Führer" bezeichnet.
(apa)
Gesicht verspeist10:30
Kannibale erschossenMiami: Nackter Mann hat sich ins Gesicht eines Obdachlosen verbissen - Polizei eröffnet Feuer
Streit zwischen Autofahrern10:17
Axt-Attacke in Wien33-jähriger Mann rastet völlig aus - Polizei nimmt aufgebrachten Lenker fest
Atomkatastrophe Fukushima09:16
In Fukushima versagtKrisenmanagement: Ex-Premier Kan räumt Fehler ein. Verstrahlte Fische vor US-Küste.
