Montag, 1. August 2005

Polizei in Rom: Mutmaßlicher London-Attentäter ohne italienische Terror-Kontakte

  • Verhafteter lebte offenbar unter falschem Namen

Der in Rom festgenommene mutmaßliche Attentäter von London hatte nach Polizeiangaben keine Kontakte zu italienischen Terrorgruppen. Ein Polizeisprecher sagte am Montag in Rom, es gebe keine Verbindungen zwischen dem 27-jährigen Osman Hussain alias Hamdi Issac und anderen, derzeit in Italien überwachten Gruppen.

Bei den Äthiopiern und Eritreern, die dem mutmaßlichen Attentäter bei seiner Flucht nach Italien geholfen hätten, handle es sich offenbar eher um eine spontan entstandene Gruppe als um eine strukturierte Organisation. Die Kontakte des Verdächtigen in Italien seien eher familiärer oder freundschaftlicher Art gewesen.

Der mutmaßliche Attentäter reiste den italienischen Ermittlern zufolge unter Angabe einer falschen Identität nach Großbritannien ein. Der in Äthiopien geborene Hamdi Issac habe seinen Namen in Osman Hussain geändert, sagte der Chef der Anti-Terror-Polizei, Carlo De Stefano. Bei seinem Asylantrag habe der Mann angegeben, aus Somalia zu stammen.

Unterdessen entschied ein Richter in Rom, dass der Termin für die erste Verhandlung des Festgenommenen bis Ende der Woche festgelegt werden soll. Das Gericht muss entscheiden, ob es dem Auslieferungsantrag Londons stattgeben will oder nicht. Der Verdächtige selbst widersetzt sich einer Auslieferung und will in Italien bleiben.

Issac war am Freitag in Rom gefasst worden. Medienberichten zufolge sagte er aus, seine Gruppe habe mit den Anschlägen vom 21. Juli Angst und Schrecken verbreiten, aber niemanden töten wollen. Ein Motiv sei der Irak-Krieg gewesen, wurde der Brite äthiopischer Herkunft zitiert. Mit den Attentätern vom 7. Juli, die 52 Menschen mit in den Tod rissen, habe seine Gruppe nichts zu tun.

(apa/red)

1.8.2005 07:29