Nach Bruchlandung in Toronto: Schwere Vorwürfe gegen den Air-France-Piloten
- Auf Landebahn in Montreal zu spät aufgesetzt?
- Schnelle Reaktion des Personals rettete die Insassen
·Airbus-Crash: Pilot steht im Kreuzfeuer
Auf Toronto-Flughafen
zu spät aufgesetzt?
·Schweres Flugzeug-unglück in Kanada
Jet verfehlte Landebahn: Keine Toten, 43 Verletzte
·Bilder vom Flugzeug- crash in Toronto!
Bruchlandung eines Air France-Jets in Kanada
·Crash: Überleben ist nicht unwahrscheinlich
Können der Piloten rettet immer wieder Leben

Nach der spektakulären Bruchlandung eines Airbus A 340 der Air France in Toronto haben kanadische Ermittler schwere Vorwürfe gegen die französischen Piloten erhoben. Das Flugzeug mit 309 Insassen, die den Crash wie durch ein Wunder alle überlebten, sei bei der Landung zu spät aufgesetzt worden, berichtete am Freitag die Zeitung "Globe and Mail".
Bei stürmischem Wetter und starkem Regen habe der Co-Pilot, der die Landung ausführte, die "sichere Zone" der 2.800 Meter langen Bahn verfehlt. Das Flugzeug sei erst "weit hinter der normalen Aufsetzzone" auf den Boden gebracht worden und infolgedessen über die Bahn hinausgeschossen, zerbrochen und schließlich ausgebrannt.
Nach Angaben des kanadischen Chefermittlers Real Levasseur raste der Airbus am Ende der Landebahn trotz Notbremsung mit immer noch rund 150 Stundenkilometern auf das unbefestigte Gelände des Flughafens. Wie die Zeitung unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Ermittler berichtete, gebe es zudem Hinweise darauf, dass der Co-Pilot versucht haben könnte, die Maschine durchzustarten, nachdem klar wurde, dass die Reststrecke der Bahn zu kurz war. Aufzeichnungen des Bodenradars deuteten darauf hin, dass die Geschwindigkeit nach dem Aufsetzen zunächst erhöht statt verringert wurde.
Ermittlungen: Konzentration auf Geschehen im Cockpit
Während die Besatzung sehr viel Lob für die rasche Evakuierung des Unglücksflugzeugs und damit für die Rettung der Passagiere erhalten hatte, konzentrieren sich die weiteren Ermittlungen nun auf das Geschehen im Cockpit. "Wir benutzen das Wort 'Pilotenirrtum' nicht mehr", zitiert die Zeitung der Chefermittler Levasseur. "Aber manche 'menschliche Faktoren' sind folgenschwer."
Allerdings wurde der genaue Punkt des Aufsetzens nach Darstellung von "Globe and Mail" bisher nicht völlig eindeutig festgestellt. Die weiteren Ermittlungen würden sich auf diese Frage konzentrieren, zumal sich erhärte, dass alle technischen Systeme des Flugzeugs tatsächlich einwandfrei funktionierten.
Hoffnung Flugschreiber
Weiteren Aufschluss sollen die Aufzeichnungen des Flugschreibers sowie neue Befragungen des Co-Piloten und später auch des Kapitäns bringen. Dieser befand sich am Freitag noch mit Rückenverletzungen in ärztlicher Behandlung. Wann er für vernehmungsfähig erklärt wird, war zunächst unklar.
Der Flugschreiber soll nach kanadischen Medienberichten nach Frankreich geschickt werden. Einem Labor in Ottawa war es offenbar nicht gelungen, die in der so genannten Black Box aufgezeichneten Gespräche so auf Computer zu übertragen, dass sie angehört werden können.
(apa)
