Waldbrände in Portugal und Spanien:
Beide Länder stöhnen unter Hitzewelle
- Bis zu 44 Grad auf iberischer Halbinsel prognostiziert
Mehr als 3.400 Feuerwehrleute und Soldaten haben am Freitag in Portugal bei drückender Hitze gegen mehr als 20 Waldbrände gekämpft. Angefacht von heißem Wind aus Afrika breiteten sich die Flammen immer weiter aus. Die Rettungskräfte arbeiteten an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Die Regierung forderte Unternehmen auf, freiwillige Feuerwehrleute von der Arbeit freizustellen. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt.
Ein Mann wurde in der Nähe von Ourem, etwa 120 Kilometer nördlich von Lissabon, von den Flammen eingeschlossen. Er erlitt Brandwunden an 80 Prozent seines Körpers, wie die amtliche Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Auch fünf Feuerwehrleute wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Mehrere weitere Menschen wurden wegen Rauchvergiftungen behandelt. In der Nacht wurden einige entlegene Dörfer evakuiert, denen die Flammen bedrohlich nahe gekommen waren.
Mit einer Entspannung der Lage wurde zunächst nicht gerechnet. Die Meteorologen sagten für das Wochenende Temperaturen von fast 45 Grad Celsius voraus. Ein Sprecher des Innenministeriums forderte die Menschen auf, die Rettungsdienste zu unterstützen.
Die Polizei schloss am Freitag wegen des dichten Rauchs erneut die wichtigste Autobahnverbindung von Norden nach Süden. Insgesamt loderten noch 26 Waldbrände. Portugal leidet derzeit unter der schwersten Dürre in der Geschichte. In diesem Jahr sind in Portugal bereits 68.000 Hektar Busch- und Waldland ein Raub der Flammen geworden, die Hälfte davon im vergangenen Monat.
Im benachbarten Spanien brachte die Feuerwehr Waldbrände in den Gegenden um Toledo und Pamplona unter Kontrolle. Ein weiteres Großfeuer wütete jedoch in Bierzo im Nordwesten des Landes.
In Frankreich vernichtete ein Waldbrand im Südosten des Landes etwa 700 Hektar Land. Rund 1.700 Menschen seien vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, hätten jedoch schon bald in ihre Häuser zurückkehren können, erklärte die Feuerwehr. Die Flammen entzündeten ein altes Munitionslager aus dem Zweiten Weltkrieg und lösten mehrere Explosionen aus. Der Brand konnte am Freitagmorgen unter Kontrolle gebracht werden.
(apa)
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