Donnerstag, 4. August 2005

Zawahiri droht USA mit zweitem Vietnam:
"Truppen umgehend aus Irak abziehen!"

  • US-Präsident Bush stellt klar: "Wir sind im Krieg"
  • Wieder zahlreiche Anschläge im Irak: Mind. 14 Tote

Das Terrornetzwerk Al Kaida hat den US-Streitkräften im Irak mit einem zweiten Vietnam gedroht. In einer Videobotschaft rief der stellvertretende Al-Kaida-Chef Ayman al Zawahiri Washington auf, seine Truppen aus dem Irak abzuziehen. Andernfalls werde das Terrornetzwerk so hart zuschlagen, dass die Gräuel von Vietnam darüber in Vergessenheit geraten würden. Die bisherigen Verluste seien nur ein Vorgeschmack, erklärte Zawahiri in dem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Video.

Er warf US-Präsident George W. Bush, Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor, ihr Volk zu belügen. An die amerikanischen Bürger gewandt erklärte der Stellvertreter von Osama bin Laden: "Bush, Rice und Rumsfeld haben euch die Wahrheit vorenthalten, dass es keinen Ausweg aus dem Irak gibt ohne sofortigen Rückzug, und jede Verzögerung bedeutet nur mehr Tote, mehr Verluste. Wenn ihr heute nicht geht, werdet ihr sicherlich morgen gehen, und nach Zehntausenden von Toten."

Bush: "Wir sind im Krieg"
Die US-Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen außergewöhnlich hohe Verluste zu beklagen: Bei Gefechten im Westen des Irak kamen seit Montag mindestens 22 Soldaten ums Leben. US-Präsident George W. Bush sagte am Mittwochabend, die Verluste seien eine "grauenvolle Erinnerung" daran, dass sich die USA noch mitten in einem Krieg befinden. "Machen wir uns nichts vor", sagte er vor einer Versammlung von 2.000 texanischen Abgeordneten in Grapevine. "Wir sind im Krieg."

Am Donnerstag fielen erneut zahlreiche Iraker der Gewalt zum Opfer. Bei einem Angriff auf eine Patrouille in der Ortschaft Dujail nördlich von Bagdad wurden vier einheimische Soldaten getötet. Nahe einem schiitischen Schrein in Dakuk bei Kirkuk explodierte eine Autobombe, zwei irakische Soldaten und zwei Geistliche wurden getötet. In Kirkuk selbst wurden drei Polizisten aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. US-Soldaten töteten unterdessen fünf Aufständische, wie die Streitkräfte mitteilten.

Irak: Regierung um Wählerregistrierung bemüht
Die irakische Regierung bemüht sich unterdessen um eine Sicherung der Wählerregistrierung für das Verfassungsreferendum im Oktober. Wie das Innenministerium einen Tag nach Eröffnung der 544 Registrierungsstellen am Mittwoch mitteilte, wurde bereits am Montag ein Sondereinsatz der irakischen Sicherheitskräfte gestartet. Die Aktion solle einen Monat lang andauern, sagte Innenminister Bayan Jabr ohne Angabe von Einzelheiten.

Die Lage in den südlichen Provinzen sei bereits sicher, auch in den überwiegend von Sunniten bewohnten Gebieten um Mosul, Salaheddin and Baquba seien die ersten Registrierungszahlen gut. Jabr räumte jedoch ein, es gebe einige Probleme in der Provinz Anbar. (apa)

4.8.2005 16:33