Mittwoch, 3. August 2005

Feierliche Zeremonie: Ahmadinejad in Teheran in Präsidentenamt eingeführt

  • Angelobung durch geistliches Oberhaupt Khamenei

Im Iran ist der neue Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Mittwoch in sein Amt eingeführt worden. Der oberste geistliche Führer, Ayatollah Ali Khamenei, untersagte der künftigen Führung jeden Verzicht auf iranische "Rechte". "Die iranischen Führer haben kein Recht, auf die wirtschaftlichen und politischen Rechte der Nation zu verzichten, diese Rechte sind zu verteidigen!", sagte Khamenei. Teheran wollte sein Atomprogramm unverzüglich wieder aufnehmen, auch wenn dadurch eine internationale Krise droht.

Khamenei, zu dessen Rede die Anwesenden "Tod Amerika, Tod Israel!" skandierten, beglückwünschte das iranische Volk zur Wahl von Ahmadinejad. Der als ultrakonservativer Hardliner angesehene bisherige Bürgermeister von Teheran war Ende Juni in einer Stichwahl mit fast 62 Prozent der Stimmen für die nächsten vier Jahre zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Er schlug Ex-Präsident Ali Abkar Hashemi Rafsanjani und löst den als gemäßigt geltenden Präsidenten Mohammad Khatami ab. Bei der Entgegennahme seiner Einsetzungsurkunde küsste er die Hände des geistlichen Oberhauptes und Revolutionsführers.

Ahmadinejad bezeichnete sich in seiner Antrittsrede als ersten Diener der iranischen Nation, deren Interessen und die islamische Religion er verteidigen werde. Er plädierte für eine atomwaffenfreie Welt und für die Vernichtung aller Massenvernichtungswaffen. "Der Iran wünscht einen dauerhaften Frieden und Gerechtigkeit", sagte der neue Staatspräsident. Zum aktuellen Streit um die teilweise Wiederaufnahme des iranischen Atomprogramms äußerte er sich nicht. Konflikte könnten vermieden werden, wenn Gerechtigkeit weltweit durchgesetzt werde, betonte er.

Die iranische Führung erwarte, dass die von der Internationalen Atomenergiebehörde angebrachten Siegel an der Atomanlage in Isfahan im Laufe des Tages entfernt werden könnten, sagte ein Regierungssprecher in Teheran. Noch am Mittwoch solle die Anlage dann wieder in Betrieb genommen werden. Die Kernkraftanlage in der ehemaligen persischen Herrscherstadt im Landesinneren dient zur Umwandlung von Uran, das nach einer weiteren Verarbeitung sowohl zu friedlichen Zwecken als auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden kann. (apa/red)

3.8.2005 08:21