Das Wunder von Toronto: Horror-Crash von Air-France-Jet forderte keine Todesopfer!
- BILDER: 43 Verletzte - keine Österreicher im Airbus
- Blitzschlag als möglicher Auslöser für Bruchlandung
·Bilder vom Flugzeug- crash in Toronto!
Bruchlandung eines Air France-Jets in Kanada
·Crash: Überleben ist nicht unwahrscheinlich
Können der Piloten rettet immer wieder Leben

Ein Air-France-Flugzeug mit 309 Menschen an Bord ist im kanadischen Toronto buchstäblich an einer Katastrophe vorbeigeschlittert: Wie durch ein Wunder überlebten alle Insassen am Dienstag die Bruchlandung des Airbus A340. 43 Menschen wurden leicht verletzt, als der aus Paris kommenden Jet bei Unwetter über die Landebahn des Flughafens hinausschoss und 200 Meter weit in ein Waldstück raste.
Den 297 Passagieren und zwölf Crewmitgliedern gelang es, sich aus dem Flugzeug zu retten, das auseinander brach und in Flammen aufging. Die Unglücksursache blieb zunächst unklar: Mehrere Passagiere berichteten, das Flugzeug sei vom Blitz getroffen worden.
Der Jet mit der Flugnummer AF358 hatte am Dienstag während eines Gewitters gegen 16.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) die Landung eingeleitet. Zunächst sei der Airbus "normal" gelandet, berichtete Corey Marks, der das Unglück von der nahe gelegenen Autobahn aus beobachtet hatte. "Es wurde richtig dunkel, plötzlich hat es geblitzt, und sehr viel Regen kam herunter." Die Maschine sei geradeaus in eine Senke gerast und auseinander gebrochen. "Binnen Sekunden" seien Flammen hochgeschossen.
Passagier Gilles Medioni sagte, der Pilot habe während des Fluges wetterbedingt eine Verzögerung der Landung um 20 Minuten angekündigt. Als die Maschine dann landete, habe es stark geregnet. "Als wir das erste Mal aufsetzten, gab es sogar vereinzelt Applaus. Das war wohl verfrüht", berichtete der Journalist, der für das französische Wochenmagazin "L'Express" arbeitet. "Der Pilot versuchte zu bremsen, aber es gelang ihm nicht. Es hat mehrere Stöße gegeben."
Panik und Angst vor Explosion
Viele Menschen hätten angefangen zu schreien, als klar wurde, dass es eine Bruchlandung geben werde, sagte Medioni AFP weiter. "Danach ging alles ganz schnell. Wir rochen Qualm und Kerosin." Er sei über eine Notrutsche im hinteren Teil des Flugzeuges nach draußen gelangt. Andere Passagiere, die über die vordere Tür den Weg nach draußen fanden, berichteten, dass sie dort springen mussten, weil es keine Rutschen gab. Passagier Olivier Dubois sagte im Fernsehsender CNN, die Leute seien in Panik gewesen und hätten geschrien, weil sie Angst gehabt hätten, dass das Flugzeug explodieren werde.
Ob ein Blitz tatsächlich Grund für die Bruchlandung war, muss eine Untersuchung zeigen. Flugzeuge sind gegen diese Gefahr aber relativ gut geschützt. Kanadas Verkehrsminister Jean Lapierre sagte der in Toronto erscheinenden Zeitung "Globe an Mail", das Flugzeug habe während des Unwetters möglicherweise zu spät aufgesetzt. Experten schlossen nicht aus, dass der Airbus von einem Windstoß erfasst worden sein könnte oder wegen Aquaplanings auf der Piste nicht richtig bremsen konnte.
Erste Unfall seit Einführung des Typs
Es ist der erste größere Unfall eines A340, seit der erste Airbus dieses Typs vor 14 Jahren in Betrieb genommen wurde. Air France hatte die verunglückte Maschine 1999 neu erworben. Konzernchef Jean-Cyril Spinetta betonte, das Flugzeug habe Paris ohne technische Mängel verlassen. Die letzte Inspektion datierte laut Unternehmen vom 5. Juli. Der europäische Hersteller Airbus wollte sich bis zum Abschluss der Untersuchung nicht zu dem Unglück äußern.
Der französische Premierminister Dominique de Villepin ließ einen Krisenstab am Pariser Flughafen Roissy einrichten, um Angehörige der französischen Passagiere zu informieren. Experten der zivilen Luftfahrtbehörden wurden nach Toronto entsandt, um gemeinsam mit den Kanadiern die Ursache des Unglücks zu ermitteln. Auch Spinetta flog am Mittwoch nach Toronto.
(apa/red)
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