Sudan: Vize-Präsident John Garang kommt bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben
- Helikopter verunglückt bei schlechtem Wetter
Der sudanesische Vize-Präsident und frühere Rebellenchef John Garang ist beim Absturz seines Hubschraubers im Süden Sudans ums Leben gekommen. Das bestätigten hochrangige Mitglieder der Ex-Rebellenbewegung SPLA/M (Sudanesische Volksbefreiungsarmee/-bewegung) am Montag in Nairobi. Der Unfall soll bereits am Samstag passiert sein.
Als Ursache wurden schlechte Wetterbedingungen genannt. Garang befand sich mit zwei Leibwächtern und der Besatzung aus Uganda auf dem Flug von Uganda nach New Site im Süden Sudans, wo er eine Residenz besitzt. Die Fluglotsen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum hatten den Kontakt zu dem Helikopter verloren. Mehrere tausend SPLA-Soldaten sollen nach Garang gesucht haben. Ob es Überlebende gab, war zunächst unklar.
Garang war vor drei Wochen im Rahmen des Friedensabkommens als Vizepräsident des gesamten Sudan vereidigt worden. Er ist zugleich Präsident des weitgehend autonomen Südsudans. Dies war das Ergebnis langer und zäher Friedensverhandlungen, die einen Schlussstrich unter den längsten Bürgerkrieg Afrikas ziehen sollten. Seine Vormachtstellung hatte auch im Süden Sudans viele Kritiker.
Als Chef der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) kämpfte Garang jahrzehntelang für die Unabhängigkeit des nicht-muslimischen Südens von der islamistischen Regierung in Khartum. Garang hatte in den USA in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Gemäß dem Friedensabkommen fallen dem ölreichen Süden die Hälfte der Öleinnahmen zu. Er darf eine eigene Armee und eine Regierung haben. Nach sechs Jahren soll die Bevölkerung in einer Volksabstimmung darüber entscheiden, ob sie ganz von Khartum unabhängig werden möchte.
(apa)
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