Andrea Herberstein: Schlossherrin und
Ex-Kulturmanagerin mit Nähe zur ÖVP
- Machte Schloss und Tierpark zur Touristenattraktion

·ÖVP-Verluste in der Tierpark-Gemeinde
Herberstein-Affäre kostet den Schwarzen Stimmen
·INFOGRAFIK: Das ist Tierpark Herberstein
135 Tierarten und mehr als 400 Tiere in Anlage
·Alle Infos zur Herberstein OEG
2002 stieg Steiermark als
stiller Gesellschafter ein
·Die Schlüsselfigur: Andrea Herberstein
Schlossherrin, Ex-Kultur-
Managerin mit VP-Nähe
·Herberstein: Der RH-Bericht im Detail!
Fehlende Unterlagen und mangelnde Kontrolle
·Herberstein: Zuhause
für 135 Tierarten
200.000 Besucher zieht es jährlich in den Zoo
Sie ist Schlüsselfigur des Politwirbels, der die Steiermark im Wahlkampf heimsucht: Obwohl sie offiziell keine Funktion hat, auch nicht an der nämlichen OEG beteiligt ist, in der ihre Kinder Gesellschafter sind. "Gräfin" Andrea Herberstein, Ex-Kultur-Managerin, Verwalterin des Herbersteinschen Familiensitzes, gern gesehener Gast in der Welt des Glamours. Ihre Nähe zur ÖVP bzw. Spitzenrepräsentanten der Volkspartei gibt für die aktuelle Affäre um die Landesförderungen des Tier- und Naturparks den Hintergrund ab.
Andrea Herberstein, geboren 1953 in Salzburg als Andrea Untersteiner, heiratete 1973 in der Zeit ihres Jusstudiums Otto Herberstein. Mitte der 80er-Jahre, nach der Geburt ihrer drei Kinder, wurde die "Gräfin" von Landeshauptmann Josef Krainer mit der Organisation eines Klassikfestival betaut, das fortan - bis heute - unter "styriarte" bekannt war. Doch der Zuschussbedarf aus öffentlichen Händen wuchs und Herberstein zog sich, als man ihr einen "geschäftsführenden Beamten" zur Seite stellte, im Jahre 1988 zurück.
1986 hatte Herberstein ihren heutigen Lebenspartner, den US-Bariton Thomas Hampson kennen gelernt, der damals in Graz sang. Im gleichen Jahre fand auf dem Schloss die steirische Landesausstellung "Brücke und Bollwerk" statt. Wie bei derartigen Impulsen für die Regionen üblich, flossen beträchtliche Mittel auch in Infrastruktur und Schlosssanierung. In der Folge gelang es der Schlossherrin, das abgewirtschaftete Renaissance-Schloss Herberstein samt Tierpark zu einer oststeirischen Touristenattraktion zu machen.
Ihr Ex-Mann Otto, von dem sie mittlerweile geschieden war, starb 1994 57-jährig. Mit ihm hatte sie langwierige vermögensrechtliche Prozesse geführt. Der Nachlass wurde schließlich im Rahmen einer OEG organisiert, in der die Kinder Gesellschafter sind.
Ein Coup gelang ihr, als sie das Gironcoli-Museum nach Herberstein holte. Bei der Eröffnung am 26. September 2004 war die ÖVP hochkarätig vertreten, die SPÖ, die zu dieser Zeit schon von aufklärungsbedürftigen Förderflüssen sprach, glänzte durch Abwesenheit. Andrea Herberstein engagierte sich auch im Personenkomitee für Benita Ferrero-Waldner bei der Präsidentschaftswahl 2004.
Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hatte immer wieder betont, es gehe ihr um den Erhalt des Tier- und Naturparks. Mit dem Förderstopp und dem Zurückziehen der Übernahmepläne hat Klasnic die "Gräfin" nun fallen gelassen, kommentierten Beobachter die jüngsten Entwicklungen.
(apa)
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