Im Österreich-Gedenkjahr: Aufregung über Deutsche Flagge am Linzer 'Anschluss-Turm'
- Wurde von rechten Burschenschaftern gehisst
- Historiker empört, Behörden leiten Ermittlungen ein
Im Österreich-Gedenkjahr weht über dem Linzer "Anschluss-Turm" von Burschenschaftern eine Deutsche Fahne. Das OÖ.Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands sind empört. Die Behörden ermitteln. Den Stadtpolitikern sind aber die Hände gebunden.
Die Linzer Kulturhistorikerin Edith Friedl war laut Zeitungsbericht im "Kurier" "erschüttert". Für Robert Eiter, den Vorsitzenden des OÖ.Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist die Deutsche Flagge "empörend". Zitat Eiter: "Was da beim Anschluss-Turm zum Ausdruck kommt, ist großdeutsch-völkische Ideologie - und österreichfeindlich und staatsvertragswidrig."
Für Heribert Schiedel vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes in Wien dient der Anschluss-Turm bis heute dem völkischen, deutschnationalen und teilweise rechtsextremen Milieu als Wallfahrtsstätte und sei als permanenter Verstoß gegen Artikel 4 des Staatsvertrages zu werten.
Vizebürgermeisterin Dolezal (S) sagte dem Kurier: "Die Kombination aus Anschlussturm, Deutscher Flagge und Burschenschaft ist fatal." Vor allem, weil auf der Außenmauer ein Schild mit dem Logo der Stadt befestigt wurde. Dennoch scheinen ihr, mangels Druckmittel, die Hände gebunden: "Der Turm befindet sich in Privatbesitz und erhält keine Subventionen."
Dolezal will die Besitzer auffordern, zumindest das Linz-Schild abzumontieren und stattdessen eine historisch aufklärerische Zusatztafel anbringen zu lassen. "Zwingen" könne man die Burschenschafter aber nicht. Das Anbringen einer Deutschen Fahne ist gesetzlich nicht verboten.(apa/red)
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