Dienstag, 2. August 2005

Nach den Murenabgängen in Saalbach: Abgängige Urlauberfamilie ist aufgetaucht

  • Deutsche Famile unternahm nur Kurztrip nach Italien
  • BILDER: Ort von Schlammlawine völlig verwüstet

Nach den Murenabgängen in Saalbach-Hinterglemm und Viehhofen im Salzburger Pinzgau in der Nacht zum Dienstag liefen die Aufräumarbeiten auch am Mittwoch noch auf Hochtouren. Es wurde die ganze Nacht durchgearbeitet. Jene vier Saalbach-Urlauber, deren Verbleib vorerst nicht geklärt werden konnte, sind inzwischen wieder heil aufgetaucht.

Die Hauptaktivitäten der Hilfskräfte konzentrierten sich nach wie vor auf die vollständige Freilegung der Glemmtal-Landesstraße (L111). Die Straße wurde für Versorgungsfahrten wieder für eine Stunde einspurig geöffnet. Vermutlich ab Donnerstag sollte sie wieder frei befahrbar sein. Und in Viehhofen müssen noch zwei volle Sperren dringend geräumt werden. Es wird jedoch mehrere Wochen dauern, bis die Erd- und Geröllmassen zur Gänze beseitigt sind, berichtete das Referat für Katastrophenschutz.

Vermisste Urlauber aufgetaucht
Die deutsche Urlauberfamilie, die nach den Murenabgängen in Saalbach als vermisst galt und wohlbehalten wieder auftauchte, hatte einen Tag zuvor bereits um 6.00 Uhr einen Trip nach Italien unternommen, jedoch ohne ihrem Quartiergeber Bescheid zu sagen. Sie hatte auch in Italien übernachtet und war von einem Polizisten, der auf das Auto aufmerksam geworden war, in einem Lokal in Mittersill entdeckt worden. Nach einem Augenzeugenbericht, wonach ein dunkles Auto in den Schlammmassen mitgerissen worden sei, konnte somit Entwarnung gegeben werden. Auch die Suche mit einem Spezialbagger hatte - zum Glück - kein Ergebnis gebracht.

Telefone funktionieren wieder
Die vom Unwetter geschädigten Lichtwellenleiterkabel konnten von Spezialisten der Telekom Austria weitgehend repariert und in Folge die Telefonversorgung wieder in Betrieb genommen werden. Das in Betrieb genommene Telefon-Notfallsystem bleibt aber noch so lange an Ort und Stelle, bis ein stabiler Betrieb des normalen Telefonsystems gewährleistet ist. Beim Einsatz des Notfallcontainers im Pinzgau handelt es sich um den ersten Echteinsatz in Österreich. Das System wurde nach dem Zusammenbruch der Telefonanlagen nach der Kaprun-Katastrophe entwickelt. (apa/red)

2.8.2005 10:07