Mittwoch, 27. Juli 2005

Autokosten steigen weiter: Forderung nach Kilometergeld-Erhöhung wird immer lauter

  • Autokosten fahren allgemeiner Teuerung schon davon
  • ARBÖ: Preistreiber sind Sprit, Versicherungen und Co

Im ersten Halbjahr sind die Autokosten um 3,3 Prozent und damit deutlich stärker als die allgemeine Teuerung mit 2,3 Prozent gestiegen, errechnet der ARBÖ auf Basis der Zahlen der Statistik Austria. "Die Autokosten fahren den allgemeinen Lebenshaltungskosten weiterhin davon", bringt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar die Lage auf dem Punkt.

"Gerechnet wurde genug. Nun ist es Zeit zu handeln und das Kilometergeld für berufsbedingte Fahrten um mindestens sechs auf 42 Cent sowie die Pendlerpauschalen rasch um 15 Prozent zu erhöhen."

Horrende Spritpreise
Die Treibstoffpreise sind im ersten Habjahr um 11 Prozent bei Diesel und um drei Prozent bei Superbenzin gestiegen. Für den Finanzminister ergeben sich daraus zwar keine zusätzlichen Einnahmen an der Mineralölsteuer (die ist ein fixer Betrag), jedoch fallen ihm bei der Mehrwertsteuer nicht vorgesehene Millionen Euro in den Schoß. Im heurigen Halbjahr waren es 97 Millionen Euro, über die letzten 18 Monate insgesamt 249 Millionen Euro. Die geforderte Erhöhung des Kilometergeldes wäre nach Ansicht des ARBÖ daher leicht zu finanzieren, ohne ein Loch ins Budget zu reißen. Laut Staatssekretär Dr. Alfred Finz würde die Erhöhung des Kilometergeldes von 36 auf 42 Cent dem Staat rund 30 Millionen Euro kosten.

Erhöhung des Kilometergeldes gefordert
Der ARBÖ fordert zum wiederholten Male eine Erhöhung des Kilometergeldes um zumindest sechs Cent, weil die Autokosten seit dem Einfrieren des Kilometergeldes im Juni 1997 bis Juni 2005 um insgesamt 20 Prozent gestiegen sind. Dr. Hellar: "Alle, die ihr privates Fahrzeug beruflich nutzen, zahlen mit dem Kilometergeld seit Jahren geradezu drauf. Weshalb Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel seit Wochen lediglich 'Diskussionen' ankündigt, ist bei dieser klaren Sachlage niemanden mehr verständlich."

Preistreiber sind auch Versicherungen & Co
Zurück zu den Autokosten im ersten Halbjahr: Gestiegen sind nicht nur die Treibstoffkosten, sondern auch viele andere Kosten rund ums Auto. Preistreiber waren neben Diesel mit 11 Prozent vor allem die Kosten für Parkpickerl (12,9 Prozent) und für Lastenträger (8,5 Prozent). Aber auch die Anschaffung von Autobatterien (6 Prozent) und Zündkerzen (5,1 Prozent) zogen überdurchschnittlich an. Tiefer in die Taschen greifen mussten die Autofahrer bei der Haftpflichtversicherung (4,4 Prozent), aber auch bei Scheinwerfer-Reparaturen (4,1 Prozent) oder für Motoröl. Weitere Kostensteigerungen gab es bei Superbenzin (3 Prozent) Normalbenzin (2,9 Prozent) und Parkgaragen (3,2 Prozent). (APA/red.)

27.7.2005 10:59