Reisebüros fürchten um Umsätze: Wegen des Terrors blüht "kein berauschendes Jahr"
- Anschläge haben die Reiselust bereits gedämpft
- Vor allem Entwicklung in der Türkei ist entscheidend
·Tourismus-Boom in der Türkei hält an
Bilder: Für heuer wird ein neuer Rekord erwartet
·Badeverbot in Genua wurde aufgehoben
Algenseuche schädigte das Image der Region
·FORMAT: Die neuen City-Guides für Wien
Die besten Tipps zu Kunst, Lifestyle & Luxus
Die österreichischen Reisebüros fürchten um die erwarteten Buchungszuwächse im heurigen Jahr. Bis vor den Anschlägen in London seien die Reisebüros noch im Plus gewesen. Jetzt müsse man sehen, wie sich die neuerlichen Terror-Attentate in der Türkei und Ägypten auf die Saison auswirken werden.
"Es wird aber sicher kein berauschendes Jahr werden", sagt die Präsidentin des österreichischen Reisebüroverbands, Annemarie Richard.
Türkei ist entscheidend
Entscheidend sei, dass es vor allem in der Türkei zu keinen weiteren Anschlägen komme. "Wenn jetzt noch in Antalya etwas passiert, ist die Saison für die österreichischen Reisebüros kaputt", meinte Richard. Nach Einschätzung von TUI Österreich, mit 65 Prozent Marktanteil größter heimischer Ägypten-Anbieter, sind im Vorjahr rund 95.000 Österreicher nach Ägypten gereist. Die Türkei zählte dagegen laut Statistik Austria im Vorjahr knapp 310.000 österreichische Gäste.
Dämpfende Auswirkungen
Schon die bisherigen Ereignisse würden sich sicherlich dämpfend auf die Saison auswirken, noch seien die Umbuchungen aber nicht dramatisch, betont Richard. Im Gegenteil: Es sei "fast verwunderlich, wie gelassen die Leute bisher reagiert haben". Am Samstag nach den Anschlägen habe es sogar Ägypten-Buchungen gegeben. Jüngere Leute seien mutiger und betrachteten die Anschläge zunehmend als "Risiko, mit dem sie leben müssen". Komme es zu keinen weiteren Katastrophen, werde die Branche daher heuer wohl "mit einem blauen Auge davon kommen", so die Verbandspräsidentin.
Besorgnis hält sich in Grenzen
Ähnlich sieht der größte österreichische Ägypten-Veranstalter, TUI Österreich. Am Wochenende habe es auf eigens eingerichteten Hotline noch zahlreiche Anfragen gegeben. Mittlerweile halte sich die Zahl der Anrufe aber schon in Grenzen, betonte TUI Österreich-Sprecherin Daniela Schachner. Gut sei, dass das Außenministerium keine Reisewarnung ausgesprochen habe. "Das hat die Leute beruhigt", so die Sprecherin. Derzeit halten sich rund 3.000 Österreich in Ägypten auf, 2.500 davon mit TUI. Nur 178 davon hat der Reisekonzern am Wochenende heimgebracht.
Kurzfristig Rückgänge
Dennoch: Ägypten sei in den vergangenen Jahren extrem gut gebucht gewesen, daher werde es kurzfristig sicher zu Rückgängen kommen. Und auch insgesamt müsse man nach der Flutkatastrophe zu Jahreswechsel, den Terroranschlägen in der Türkei, in London und jetzt Ägypten heuer von einem schwächeren Jahr ausgehen, selbst wenn die Leute von Mal zu Mal gelassener würden. "Es wäre unrealistisch, etwas anderes zu glauben", meint Schachner. Die tatsächlichen Auswirkungen seien aber "noch nicht absehbar".
Zuvor wurde Plus vorausgesagt
Zuletzt hatte die TUI Austria Holding, die auch die Marken Gulet und Magic Life umfasst, für das laufende Jahr ein Plus bei den Passagieren von 3 Prozent und beim Umsatz von 5 Prozent vorausgesagt. (apa)
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.
