Donnerstag, 28. Juli 2005

Gutes Investitionsklima in der Hotellerie: 665 Mio. Euro für kleine & mittlere Betriebe

  • Ennemoser spricht von 'spürbarem Investitionsschub'
  • Zahlreiche Großprojekte sind bereits im Entstehen

Als gutes Zeichen für den heimischen Tourismus wertet der neue Obmann des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Klaus Ennemoser, die positive Investitionsbereitschaft der Betriebe. 2004 wurden laut KMU Forschung Austria 665 Mio. Euro in kleineren und mittleren Betrieben investiert.

Auch von der neuen "Superior"-Kategorie werden neue Impulse für die Hotellerie erwartet, die nicht nur in diesem Sommer mit einer schwachen Auslastung kämpfe.

Investitionsschub
"Die Zurückhaltung der letzten Jahre wird seit dem Vorjahr von einem spürbaren Investitionsschub abgelöst", erklärte Ennemoser bei einer Pressekonferenz in Wien. Im Jahr 2003 haben kleinere und mittlere Hotelbetriebe knapp 663 Mio. Euro investiert. 2004 waren es 665 Mio. Euro. Schätzungen für 2005 liegen laut Ennemoser keine vor.

Bau von Wellnessanlagen rückläufig
Bemerkenswert sei, dass vor allem die Investitionen in "Betriebsgrößenoptimierung" zugenommen hätten, so der Tiroler Unternehmensberater und Hotelier. Der Bau von Wellnessanlagen sei hingegen stark rückläufig. "Bei zu kleinen Betrieben ist der Wellnessbereich nicht rentabel, daher sind die Hoteliers zurückhaltender geworden."

Ausbau und Qualitätsverbesserung
2004 flossen 59 Prozent der Mittel in Ausbau und Qualitätsverbesserungen. Für Seminar-, Fitness- und Kinderspielräume wurden 13 Prozent, für Wellnessbereiche und Hotelneubauten jeweils 12 Prozent investiert. Personalzimmer fallen laut Angaben der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) mit nur 3 Prozent ins Gewicht. 88 Prozent der Hoteliers schätzen laut einer verbandsinternen Umfrage das Investitionsklima derzeit als "sehr" bis "eher gut" ein.

Großprojekte in der Pipeline
Zunehmend würden auch "Quereinsteiger" ihr Geld in Tourismusimmobilien anlegen, so Ennemoser. "Das deutet darauf hin, dass Hotels viel versprechende Renditen abwerfen." In Österreich sind derzeit zahlreiche Großprojekte in der Pipeline, die sich laut Fachverband auf ein Gesamtvolumen von 555 Mio. Euro belaufen. Die größten unter ihnen sind das Kongresshotel Aspang bei Wien mit 1.200 Zimmern und 190 Mio. Euro Investitionsvolumen und die beiden "Seelen-Wellness"-Projekte von Rogner in St. Martin bei Lofer und in Hüttenberg in Kärnten (130 Mio. Euro).

Hotelklassifizierung
Ab 2007 sollen mit einer neuen Hotelklassifizierung neue Impulse gesetzt werden. Die "Superior"-Kategorie nach deutschem Vorbild werde es vorerst nur für die 4-Stern-Hotellerie geben und für "weit über den Durchschnitt hinausgehende Ausstattung und Dienstleistung" stehen. "Damit ist auch letztlich ein höherer Preis gerechtfertigt", meint Ennemoser. Geprüft werde ab Jänner 2006 durch "Mystery Guests", eine Anmeldung ist noch bis Ende des Jahres möglich. (apa)

28.7.2005 13:51