Vier Wände für die Pension: Immer mehr Anleger setzen auf Vorsorgewohnungen
- FORMAT: Mit den Mietverträgen die Pension sichern
- Enorme Nachfrage für noch unfertige Bauprojekte

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Wir haben noch nicht einmal die Baugrube fertig ausgehoben, und schon sind 50 von 72 Wohnungen verkauft." Karl Derfler, Geschäftsführer der Real Invest, der Immobilientochter der BA-CA, ist vom reißenden Absatz seiner Vorsorgewohnungen begeistert. Und er ist nicht der Einzige, bei dem der Bau geeigneter Objekte der enormen Nachfrage hinterherhinkt.
Auch Karl Petrikovics, Vorstand beim Marktführer Constantia Privatbank, ist ständig auf der Suche nach attraktiven Projekten für seine Kunden: "Wir brauchen unsere Objekte nicht einmal zu inserieren. Bei Fertigstellung sind alle Wohnungen verkauft und praktisch vollständig vermietet."
Immobilien sind derzeit das Lieblingsinvestment der heimischen Anleger. An der Börse wurden heuer Immoaktien um rund zwei Milliarden Euro platziert, und auch das direkte Investment in Immobilien boomt. Vor allem so genannte Vorsorgewohnungen erfreuen sich dabei steigender Beliebtheit. Das Konzept ist bestechend einfach: Der Käufer zahlt eine Wohnung an - meist 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises - und begleicht die Kreditraten durch die Vermietung des Objektes. Um Verwaltung, Vermietung und Instandhaltung braucht sich der Käufer nicht selbst zu kümmern. Diese Aufgaben übernimmt der jeweilige Anbieter, wobei sogar verschiedene Modelle angeboten werden, um einen Mietausfall bei Leerstehen auszugleichen. "Es ist ein wesentliches Plus der Vorsorgewohnung, dass man sich nicht selbst um Vermietung und Verwaltung kümmern muss. Damit fällt ein erheblicher Aufwand für den Anleger weg", erklärt Sonja Kaspar, Vertriebschefin der Erste-Bank-Tochter Immorent. Nach 15 bis 20 Jahren ist die Wohnung ausbezahlt und kann entweder selbst genutzt oder weitervermietet werden, wobei die Mieteinnahmen zur Schließung der Pensionslücke dienen. "Wichtig ist", so Kaspar, "dass die Einnahmen innerhalb von 20 Jahren die Ausgaben übertreffen, da der Wohnungskauf sonst steuerlich als Liebhaberei gilt."
Klein, gut gebaut, verkehrsgünstig sucht Mieter.
Um mit einer Vorsorgewohnung erfolgreich zu sein, sollten die Käufer weitere Regeln beachten. Zunächst muss entschieden werden, ob man sie später einmal selber nutzen will oder nicht. Hat man nämlich einen extravaganten Geschmack bei Ausstattung und Einrichtung, so lässt sich für das Objekt möglicherweise nur schwer ein Mieter finden. "Man muss sich am Markt orientieren und nicht am eigenen Wohnbedürfnis", warnt Petrikovics, "je näher man sich am Mainstream bewegt, desto höher ist die erzielbare Miete, und desto geringer sind die Leerstandsraten." Das bestätigt auch Karl Derfler, der die ideale Vorsorgewohnung so beschreibt: "Verkehrsgünstige Lage mit guter Nahversorgung, gut ausgestattet, mit moderner Küche und Bad." Was die Größe anbelangt, raten die Experten zu Objekten mit 40 bis 70 Quadratmeter Fläche, wobei auch kleine Wohnungen zwei getrennte Räume haben sollten. Derfler: "Warm wohnen und kühl schlafen ist den Menschen zunehmend wichtig, wobei ein Schlafkabinett durchaus ausreicht." Hält man sich bei der Auswahl der Objekte an diese Kriterien, dann ist eine rasche Neuvermietung ebenso problemlos wie ein späterer Verkauf. (FORMAT Nr. 29/2005)
