Der Sonnenschutz zum Anziehen: Spezielle Textilien enthalten chemischen UV-Filter

  • Normaler Stoff schützt weniger als man oft meint
  • Wasser, Sand & Co machen der Kleidung nichts aus

Unsere Haut erleidet durch zu viel Sonne nachhaltig Schaden. "Abschirmung" bieten nicht nur Sonnencremes. Der beste Schutz ist es, den Körper zu bedecken. Wenn man sich bei Hitze häufig im Freien aufhält, ist geeignete Kleidung wichtig, besonders für Kinder. "Normale" Gewebe schirmen weniger gut ab, als man oft meint. Einige Hersteller bieten deswegen Spezialtextilien an.

Die UV-Schutzeigenschaften hängen von der chemischen Natur der Faser, der Webart und der Farbe des Textils ab. Je dichter ein Stoff und je dunkler seine Farben, umso besser der Schutz. Ein einfaches Leiberl kann zu wenig sein: Baumwolle lässt nach Angaben des Österreichischen Normungsinstituts etwa sechs Prozent des Lichts durch, in nassem Zustand sogar 20 Prozent. Eng gewebt können es "normale" Stoffe aber durchaus auf einen Schutzfaktor von 60 oder sogar 80 bringen, nur sind sie für heiße Tage dann wohl zu warm.

Eigene Anti-UV-Textilien werden durch spezielle Ausrüstung verbessert. Die Hersteller arbeiten chemische Filtersubstanzen oder Pigmente wie Titandioxid in die Faser ein, die sich den Anbietern zufolge weder herauswaschen lassen, noch in die Haut eindringen können.

Europäischer und Australischer Standard
Wer seine Shirts und Hosen als "vor UV-Strahlung schützend" anpreist, sollte eine Überprüfung dieser Angaben nicht scheuen müssen. Ein Verfahren zur Bestimmung der Durchlässigkeit von ultravioletter Strahlung bei Bekleidungstextilien ist der Europäische Standard, festgelegt u.a. in der Ö-Norm EN 13758, ein weiterer ist der Australisch-Neuseeländische Standard. Bei beiden Verfahren wird der gesamte spektrale Transmissionsgrad des UV-Lichts gemessen.

Noch weiter geht der UV-Standard 801. Während nach der australischen und der europäischen Methode Kleidung im Originalzustand getestet werde, setze man nach dem "801er" die Stoffe zusätzlich Bedingungen aus, die den Schutz naturgemäß reduzieren, wie Nässe, Dehnung, Abrieb, Wäsche und Reinigung, sagte Dr. Erich Zippel, Leiter des Österreichischen Textil-Forschungsinstituts.

Wassertropfen wirken wie Linsen
"Das entspricht den realen Tragebedingungen: Wenn man am Strand sitzt und Karten spielt, dehnt sich der Stoff über den Schultern. Wasser und Schwitzen gehören auch dazu", erläuterte Zippel im APA-Gesprüch: Wassertropfen in Textilien wirken wie Linsen, die das Licht verstärken. Außerdem liegen im nassen Zustand die feinen Stofffasern an, die sonst wegstehen und das Licht reflektieren.

Erkennbar ist geprüfte Kleidung an Labels, die von den Testern vergeben werden. Der Ö-Norm EN 13758 entsprechende Textilien dürfen sich mit dem Piktogramm einer Sonne schmücken und müssen dazu folgende Beschriftung aufweisen: "Nur bedeckte Flächen sind geschützt'; 'Der von diesem Gegenstand gebotene Schutz kann sich durch ständigen Gebrauch, beim Ausweiten oder im nassen Zustand verringern' sowie 'Sorgt für UV-A- + UV-B-Sonnenschutz'." Den UV-Standard 801 repräsentieren auf ein T-Shirt auftreffende Sonnenstrahlen.

Sommerkollektionen mit UV-Schutz
Den "Sonnenschutz zum Anziehen" gibt es bei unterschiedlichen Bezugsquellen, vom Internetversand über den Sportartikelfachhandel bis zu Sanitätshäusern. Die meisten Hersteller bieten eine ganze Sommerbekleidungskollektion mit sportlichen Shirts und Hosen für Damen, Herren und Kinder an. Die Preise liegen über jenen für normale Baumwoll- oder Mischfaserkleidung. Kinder-Kurzarmleiberl kostet etwa 35 bis 45 Euro.

Der Lichtschutzfaktor: Je nach Hauttyp dauert es unterschiedlich lange, bis man einen Sonnenbrand bekommt. Im Mittel geht man von 20 Minuten bei ungebräunter Haut aus. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich mit Sonnenschutz UV-Licht aussetzen kann: Verwendet man Sonnenschutzfaktor 8, sind das 8 Mal 20 Minuten. (apa)

26.7.2006 11:03
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