Bleibt die AUA rot-weiß-rot?
- AUA-Boss im NEWS-Interview: "Bin überzeugt, wir bleiben eigenständig."

Der Luftfahrtkonzern Austrian Airlines wird einmal mehr von heftigen Turbulenzen gebeutelt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres summierte sich der Verlust auf satte 83,3 Millionen mehr als viermal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Gründe für den finanziellen Absturz: hohe Kerosinpreise, der gigantische Preiswettbewerb im Airline-Business und die rückläufige Auslastung im AUA-Liniengeschäft.
Jetzt wird die Zeit knapp.
Airline-Boss Vagn Sørensen muss rasant dagegenhalten, andernfalls gerät der Konzern ernsthaft ins Trudeln. Und: Eine Fusion mit der Lufthansa wäre möglicherweise unvermeidlich. Die deutsche Airline hat erst unlängst die defizitäre Swiss geschluckt.
Die Folgen bei länger anhaltenden Verlusten will Sørensen nicht im Detail analysieren, klar ist für ihn aber: Wir müssen so rasch wie möglich gegensteuern. Er ist aber überzeugt, dass die AUA die Chance hat, eigenständig zu bleiben.
Expansionstempo zu rasant.
Freilich sind nicht nur die Spritpreise und der Konkurrenzkampf für die tiefroten Zahlen verantwortlich: Die AUA hatte im Vorjahr im Eiltempo zusätzliche Flüge ins Programm genommen, die sich nur wenig später als unrentabel erwiesen. Die Kapazitäten wurden zwar wieder aus dem Markt genommen, zwischenzeitlich liefen allerdings herbe Verluste an.
Vorstand fest im Sattel. Trotz dieser Tatsache die auch vom Airline-Vorstand selbst eingeräumt wird und der hohen Verluste sieht AUA-Aufsichtsratsboss und ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch keinen Anlass, am Management der Airline zu zweifeln. Wieltsch im NEWS-Gespräch: Der AUA-Vorstand hat in den letzten Jahren gezeigt, wozu er fähig ist, ich halte alle drei Mitglieder für Spitzenmanager.
Dass die Ergebnisse alles andere als erfreulich sind und auch interne Fehler dafür verantwortlich waren, steht für Wieltsch außer Zweifel. Nach einer guten Entwicklung wurde im vierten Quartal mit voller Kraft expandiert, und dann haben sich die Rahmenbedingungen verschlechtert. Aber: Im Nachhinein ist man immer gescheiter. Es gibt Probleme, die sind aber zu bewältigen.
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