Sommer des Terrors: Eine Welle von Bomben- attentaten sorgt für Panik auf der ganzen Welt
- Pendler in Vorortezügen, Touristen am Ferienstrand: Die Angst vor Terror beherrscht die Welt.
·Wiener Islam-Fundi im NEWS-Interview
"Jeder gläubige Moslem will ein Märtyrer werden"
Verstört bleibt Ramzi beim Schauplatz des Bombenterrors in der Altstadt Sharm el-Sheikhs stehen. Der 16-jährige Kellner trägt einen dicken Kopfverband. Anfangs bringt er kein Wort heraus, erzählt nur stockend von den Bildern, die sich in seine Erinnerung eingebrannt haben: Ich ging neben meinem Freund Ahmed, hier am Gehsteig, wo ein Straßencafé war.
Auf einmal hörte ich diesen unglaublich lauten Knall, fühlte ein Brennen am Schädel. Danach sah ich nur noch Körperteile um mich liegen. Ahmed hatte ein Teil eines Autos auf Schulterhöhe getroffen, sein Kopf lag nur einige Meter neben seinem Körper.
Ramzi schluckt und verstummt. Er greift hilflos nach seinem Verband. Den Horror hat er wie alle in dem ägyptischen Urlaubsort kaum verkraftet. Zu tief sitzt die Wunde: Wie Mahnmale stehen die ausgebombten Autos noch Tage später mitten auf der Straße, bewacht von stillen Polizisten in weißen, gestärkten Sonntagsuniformen. Ratlos spazieren einige Touristen vorbei und knipsen Erinnerungsbilder des Grauens.
Drei Ziele nahmen die Terroristen in Sharm el-Sheikh vergangenen Samstag um ein Uhr morgens in Angriff: Ins Ghazala Garden Hotel bei der Naama Bay raste ein mit 300 Kilo Sprengstoff beladenes Auto direkt von der Hauptstraße in die Hotellobby. Gleichzeitig detonierte vier Kilometer davon entfernt ein Bombenpaket an der Strandpromenade und ein weiteres Fahrzeug beim Tor zur Altstadt. Insgesamt werden bis zu 88 Tote befürchtet, 64 sind identifiziert, darunter 17 Nicht-Ägypter. Unter den Toten sollen Italiener, Ukrainer, ein Israeli, eine Britin und ein Amerikaner sein. Allerdings meldet allein Großbritannien elf weitere Vermisste.
Die ägyptischen Behörden befürchten, dass die Terroristen viel mehr Touristen töten wollten und auch das zweite Fahrzeug eines der Luxushotels im Visier hatte. General Mustafa Afifi, Gouverneur des Süd-Sinai, meint: Jener Minibus, der in der Altstadt detonierte, wurde quasi in letzter Minute bei einer Polizeisperre aufgehalten. Nur einige hundert Meter entfernt befindet sich das Iberotel Palace, wo sich zum Zeitpunkt des Anschlags ein Dutzend Österreicher aufhielten. Walter Arocker, seine Frau Ruth und die beiden Söhne hätten in der Unglücksnacht dort ankommen sollen. Als wir ankamen, sah man zig Einsatzfahrzeuge. Wir hatten keine Ahnung, was überhaupt los ist, erzählt er.
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