Mittwoch, 27. Juli 2005

Mittelgroße Bahnhöfe: ÖBB-Boss Huber kündigt in NEWS Bahn-Shop-Offensive an

  • "Shops sollen täglich von 6 bis 20 Uhr offen halten"
  • Neues Informationssystem für Bahnkunden kommt

Eine Shop-Offensive für mittelgroße Bahnhöfe in ganz Österreich kündigt der Vorstandssprecher der ÖBB Holding, Martin Huber in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS an. "Wir wollen auf diesen Bahnhöfen Geschäfte mit einer Größe von 150 bis 200 Quadratmetern errichten und so die Bahnhöfe zu Nahversorgungs- und Dienstleistungszentren ausbauen", erklärt Huber im NEWS-Interview. Der oberste Bahn-Boss überlegt derzeit auch, diese "Convenience Stores" selbst als ÖBB in Konkurrenz zu den großen Lebensmittelketten zu führen.

"Wir haben noch nicht entschieden, ob wir diese Geschäfte als Franchise-Shops vergeben, im Eigenbetrieb führen oder an Dritte vergeben", erklärt Huber im NEWS-Gespräch. Es müsse einmal alles grundsätzlich möglich sein und in alle Richtungen gedacht werden, so Huber in NEWS. Bei diesen Geschäften solle es auch eine "gewisse Wiedererkennbarkeit" geben. Die ÖBB haben dazu eine Studie in Auftrag gegeben, welche die einzelnen Bahnhöfe analysiert hat. "Das Ergebnis ist, dass sich 27 mittelgroße Bahnhöfe für derartige "Convenience Stores" eignen.

Sicher ist, dass diese Geschäfte täglich, also auch am Sonntag, offen halten sollen. Generell stellt sich Huber vor, dass Geschäfte auf Bahnhöfen von Montag bis Sonntag zumindest von 6 bis 20 Uhr offen halten, wie er im NEWS-Interview erklärt. Diese Öffnungszeiten gelten auch für die großen Bahnhöfe sowie für das geplante, rund 45.000 Quadratmeter umfassende Shoppingcenter am neuen Wiener Zentralbahnhof, so der ÖBB-Holdingchef in NEWS. Der neue Zentralbahnhof soll als "Bahnhofscity" mit Büros, Wohnungen und Geschäften bei einer Investitionssumme von über 400 Millionen Euro in rund fünf Jahren fertig gestellt sein.

Neben der derzeit laufenden Bahnhofsoffensive, im Zuge derer 17 Bahnhöfe mit einem Gesamtvolumen von über 1,2 Milliarden Euro umgebaut werden, investieren die ÖBB bis 2009 auch rund 700 Millionen Euro in die Züge. "Wir haben jetzt ein Investitionspaket verabschiedet, mit dem wir bis 2009 knapp 20 Prozent der Sitzplatzkapazitäten modernisieren", gibt Huber im NEWS-Gespräch bekannt. Außerdem werde es ein neues Informationssystem für die Fahrgäste geben. "Über Bildschirme im Zug, auf den Bahnhöfen und den Bahnsteigen wird man künftig genau ablesen können, wie man zeitlich dran ist - also ob es Verspätungen gibt - und wie die weiterführenden Verbindungen aussehen", sagt der ÖBB-Boss in NEWS.

Eine neue technische Lösung kündigt er für Mobiltelefonie und Internet im Zug an. "Der Probebetrieb startet in den nächsten Wochen auf der Westbahnstrecke. Wenn es funktioniert, folgt der Vollausbau. Ziel ist, dass Mobiltelefone und Internet in der Bahn lückenlos funktionieren", erklärt der ÖBB-Holdingchef im NEWS-Interview.

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27.7.2005 14:03