Laudas Luftangriff: Konkurrent hält der Austrian ihre hohen Airport-Rabatte vor!
- Lauda: "Wenn AUA wegbricht, Dutzende andere da"
- AUA-Manager fordern Regulator für den Flughafen
·"AUA eigentlich um die Hälfte zu groß"
ÖIAG-Vorstand Wieltsch im FORMAT-Interview
·AUA-Aufsichtsrat-Boss preist Vorstand
Wieltsch in NEWS: Alle drei sind Spitzenmanager
·AUA blitzt mit ihrer Klage beim VfGH ab
Gericht bestätigt die Flug-Sicherheitsabgabe
·Im Sinkflug: AUA mit großen Verlusten
EBIT-Minus vergrößerte sich auf 93,3 Mio. Euro
Flughafenchef Herbert Kaufmann, der gerade in Brunn am Gebirge weilt, hätte sich einen ruhigeren Urlaub gewünscht. Die Hilfe in Millionenhöhe, die der Austrian-Vorstand dem Wiener Airport ungewohnt aggressiv abverlangt, schlägt seit einem FORMAT-Bericht (29/05) vergangene Woche hohe Wellen. Kaufmann steckt im Dilemma: Er kann nicht Gewinne eines börsennotierten Unternehmens einfach an den Hauptkunden abtreten. Andererseits: Gerät die AUA ernstlich ins Trudeln, dann sind auch die anstehenden Investitionen des Flughafens, insgesamt über 850 Millionen Euro, in Gefahr. Und spätestens seit dieser Woche weiß Kaufmann, wie brisant die Lage ist. 83,3 Millionen Euro Halbjahresverlust: Beim Homecarrier blinken die Alarmlampen.
Niki Lauda gießt noch Öl ins Feuer: "Wenn die AUA wirklich wegbricht, sind in fünf Minuten Dutzende andere da, die das Geschäft übernehmen. Die warten wie die Geier. Für den Airport ist das keine Überlebensfrage."
Die Stimmung ist aufgeheizt. Die Mitbewerber beäugen die Begehrlichkeiten der Austrian mit Argwohn. Lauda schießt scharf: "Die AUA kriegt über die Transfergebühr sowieso schon 32 Millionen Euro jährlich vom Flughafen. Ein fetter Mengenrabatt, der als Lex AUA eingeführt wurde, weil keine andere Airline in Wien Transferpassagiere hat. Jetzt noch mehr zu fordern ist die größte Frechheit."
Austrian-General Vagn Soerensen sieht das gar nicht so: "Transfer-Incentives sind branchenübliche Förderungsinstrumente. Der Flugverkehrsstandort Wien hat jedoch insgesamt bereits einen Wettbewerbsnachteil, der mit derartigen Marketingkooperationen bei weitem nicht kompensiert werden kann." Soerensen beharrt angesichts der finanziellen Schieflage auf Unterstützung: "Faktum ist, dass eine konzertierte Anstrengung aller Mitverantwortlichen - Flughafen Wien, politische Entscheidungsträger, Austro Control und unsere Gruppe - zwingend geboten ist. Die Airline kann nicht alleine das gesamte Marktrisiko tragen."
AUA-Forderung nach Flughafenregulator
Bei einem kürzlich erfolgten Meeting argumentierten die Manager des Staatscarriers, dass ihnen gemäß dem Marktanteil im Prinzip die Hälfte der Airport-Gewinne zustünden. "Forcierte Anstrengungen des Flughafens sind sowohl kostenseitig als auch qualitativ erforderlich und auch möglich", sagt Soerensen offiziell. AUA-Aufsichtsratspräsident Rainer Wieltsch hält einen Flughafenregulator nach dem Telekom-Beispiel "für sinnvoll" (s. Interview S. 36).
Die Airport-Vorstände zeigen sich entrüstet über das forsche Auftreten und die Wortwahl. Herbert Kaufmann will ein 2004 ausgehandeltes Paket, das der AUA bis 2009 schrittweise 15 Prozent Kostensenkung verspricht, nicht wieder aufschnüren. "Die können nicht ständig kommen und Vereinbarungen über den Haufen werfen", ärgert sich Kaufmann. Und wirft der Airline vor, es sich zu einfach zu machen: "Unsere Gebühren und Tarife machen 3,5 Prozent des Gesamtaufwandes der AUA aus (also rund 80 Millionen Euro, Anm.). Ihr Sein oder Nichtsein hängt nicht von uns ab, wie das jetzt dargestellt wird. Da muss es schon noch andere Potenziale geben."
In der Tat machen der Austrian-Gruppe neben dem explodierten Kerosinpreis auch hausgemachte Probleme zu schaffen. Erst kürzlich musste ein voll gebuchter Airbus A340 von Wien nach Toronto am Boden bleiben, weil keine Crew zur Verfügung stand - die offenbar zu wenig motivierte Mannschaft verweigert dem Management immer wieder die nötige Flexibilität. So etwas kostet viel Geld und Image. "Das passiert sonst bei keiner Airline auf der Welt", ätzt Lauda.
Die komplette Story zum Lauda-Angriff auf die AUA finden Sie im aktuellen FORMAT!
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