Dienstag, 26. Juli 2005

Zigarettenschmuggel in der EU: 2004 drei Mrd. Stück bei Kontrollen beschlagnahmt!

  • Trend: Immer öfter beschlagnahmte Ware gefälscht
  • Nur durch aufgedeckten Schmuggel 460 Mio. Verlust

In der Europäischen Union (EU) wurden 2004 mehr als 3 Milliarden Zigaretten bei Kontrollen beschlagnahmt, wobei das für Schmuggler interessanteste Zigaretten-Hochpreisland Großbritannien hier noch nicht enthalten ist. Der Trend ist eindeutig: Der Zigarettenschmuggel nimmt in der EU weiter zu. Laut dem Sprecher des EU-Betrugsbekämpfungsamtes OLAF, Jörg Wojahn, gibt es auch eine weiteren klaren Trend: Immer öfter sind die beschlagnahmten Zigaretten gefälscht.

Nach EU-Berechnungen bringen 10 Millionen Stück Zigaretten - das entspricht etwa einer Lkw-Ladung - der EU im Schnitt 1,5 Mio. Euro an Zöllen und Steuern. 2004 wären der EU (ohne Großbritannien) damit allein gemessen an den aufgedeckten Fällen mehr als 463 Mio. Euro entgangen. Durch die unterschiedlichen Preise und Steuern in den einzelnen EU-Ländern sind die Steuerausfälle allerdings sehr unterschiedlich, daher ist die tatsächliche Berechnung schwierig.

Großbritannien ist mit Preisen von 7 Euro pro Packung Zigaretten Hauptziel der Schmuggler. Seit 2001 melden die Briten ihre Daten nicht mehr nach Brüssel. Im Jahr davor wurden in der EU inklusive Großbritannien 6,2 Millionen Stück Zigaretten beschlagnahmt, im Jahr darauf - ohne die Briten rund 3 Millionen Stück.

Hauptquelle für die gefälschten Rauchwaren ist mittlerweile China, heißt es in Expertenkreisen, wobei es auch in der EU selbst entsprechende Produktionen gebe. Mit den falschen Glimmstängeln lukrieren die Schmuggler nicht nur die Vorteile aus der unterschiedlichen Besteuerung und sowie die Umgehung von Zöllen, sondern auch eine erhebliche Preisdifferenz. Genaue Zahlen gibt es in der EU dazu allerdings nicht. (apa/red)

26.7.2005 16:35