Donnerstag, 28. Juli 2005

Liverpool weiter - Celtic out: Schotten erlebten in CL-Quali ihr "Blaues Wunder"

  • Liverpool gewinnt gegen Kaunas auch das Rückspiel
  • Für Celtic ist ein 4:0 zu wenig: Artmedia steigt auf

Die Fußball-Champions League 2005/06 hat ihre erste ganz große Sensation. Der Celtic Football Club schrieb am Mittwoch Abend fast Europacup-Geschichte, am Ende jubelte aber Artmedia Petrzalka trotz einer 0:4-Pleite im East End von Glasgow über den Aufstieg. Der slowakische Meister hatte das Hinspiel in Preßburg völlig unerwartet 5:0 für sich entschieden und damit den Grundstein für das Erreichen der dritten und entscheidenden Qualifikationsrunde gelegt.

Titelverteidiger FC Liverpool kam im Zweitrunden-Rückspiel gegen den litauischen Champion Kaunas zu einem 2:0-Heimsieg und mit dem Gesamt-Score von 5:1 locker weiter. Im Vorjahr hatten sich die "Reds" in der dritten Runde glücklich gegen den GAK durchgesetzt und am Ende durch den inzwischen bereits legendären Final-Erfolg gegen AC Milan den Champions League-Titel gesichert.

Diesmal durfte Liverpool nur mit einer UEFA-Sondergenehmigung als Meisterschaftsfünfter in der Quali antreten. Letzte Hürde für die Truppe von Kapitän Steven Gerrard (erzielte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung den Führungstreffer gegen Kaunas) ist nun der bulgarische Meister CSKA Sofia.

Ein Tor zu wenig
Höhepunkt des Dienstag Abends war aber die Aufholjagd im Celtic Park. Angepeitscht vom Publikum, holten die Grün-Weißen Treffer um Treffer auf und standen am Ende trotz eines 4:0-Erfolgs als Verlierer da. "Ich bin jetzt viele Jahre im Fußball-Geschäft. Aber ich habe noch niemals so ein Publikum und so eine Atmosphäre erlebt. Das ist unglaublich", war Petrzalka-Coach Vladimir Weiss voll des Lobs über den Celtic-Anhang.

Nach Toren von Thompson (21./Elfmeter), Hartson (44.), McManus (54.) und Beattie (82.) schien sogar das Wunder von Parkhead möglich, doch den Gastgebern, die im Finish alles nach vorne warfen, gelang nicht mehr das 5:0, das eine Verlängerung gebracht hätte. Weiss, der 1990 mit der CSFR bei der Weltmeisterschaft in Italien u.a. gegen Österreich einen 1:0-Sieg in Florenz gefeiert hatte, zeigte sich nach dem Abpfiff einfach nur erleichtert: "Wir sind sehr glücklich, denn wir haben einen großen Klub ausgeschaltet. Nach der ersten Partie war es schwer meine Spieler davon zu überzeugen, dass keine Wunder geschehen können. Gott sei Dank ist es heute nicht passiert, aber das war knapp."

Artmedia trifft nun auf Partizan Belgrad oder Sheriff Tiraspol, für den ehemaligen Meistercup-Sieger Celtic ist der Europacup hingegen bereits Anfang August vorbei.

(apa)

28.7.2005 08:58