Sonntag, 31. Juli 2005

F1-Weltmeisterschaft ist wieder spannend: Räikkönen siegt, Alonso diesmal punktelos

  • Schumacher-Brüder Michael und Ralf auf den Plätzen
  • BILDER: Kliens Red Bull überschlägt sich in 1. Runde

Der 20. Formel-1-Grand-Prix von Ungarn hat am Sonntag wieder Würze in den Titelkampf gebracht. Die Hitzeschlacht bei 35 Grad Celsius ging an McLaren-Pilot Kimi Räikkönen, der Finne feierte den siebenten Sieg seiner Karriere, den vierten im Jahr 2005, und verringerte damit den Rückstand auf WM-Leader Fernando Alonso (Renault) sechs Rennen vor Schluss auf 26 Punkte - der Spanier kam nicht über Rang elf hinaus.

Neben dem "Iceman" durften der aus der Pole Position gestartete deutsche Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari) und Bruder Ralf (Toyota) Champagner vom Podest spritzen, Jarno Trulli (ITA) komplettierte als Vierter die starke Toyota-Vorstellung. Red Bull Racing hatte in Mogyorod bei Budapest Riesenpech, Christian Klien (AUT) und David Coulthard (GBR) schieden bereits in Runde eins nach Unfällen aus.

Verlorener Frontflügel kostet Alonso Spitzenplatz
Während Räikkönen nach vielen bitteren Zwischenfällen im Saisonverlauf Balsam auf seine Wunden bekam, hatte diesmal Alonso Pech. Der seit Freitag 24-Jährige touchierte in der ersten Kurve mit R. Schumacher und verlor als Folge davon wenig später den Frontflügel. Alonso musste an die Box und fiel auf Rang 17 zurück - der harte Kampf Richtung Top-8 blieb unbelohnt. Denn der Asturier, der in Ungarn 2003 das erste F1-Rennen seiner Karriere gewonnen hatte, musste erkennen, dass Überholmanöver auf dem Hungaroring selbst für einen überlegenen WM-Führenden kein Honigschlecken sind.

Alonso blieb damit zum dritten Mal in dieser Saison nach seinem Aus in Montreal und dem Startverzicht in Indianapolis ohne Punkt und wurde dabei sogar überrundet. McLaren blieb aber auch diesmal nicht pannenfrei - Kimis Teamkollege Juan Pablo Montoya schied in der 41. Runde in Führung liegend wegen eines Antriebsschadens aus.

Zweite Boxenstopps entschieden Rennen
Am Start hatte "Schumi I" seine Führung behauptet, Räikkönen, der sich vom vierten auf den zweiten Platz schob, war jedoch von Beginn an ein hartnäckiger Verfolger. Die Schlüsselszene des Rennens waren die zweiten Boxenstopps: der deutsche Rekordchampion tankte in der 36. Runde und kam als Dritter auf die Strecke zurück. Räikkönen nahm eine Runde später weniger Benzin auf und blieb vor dem Ferrari-Star. Nach Montoyas Out war der Weg endgültig frei, am Ende hatte der WM-Zweite mehr als 35 Sekunden Vorsprung.

Die Rennprognose von Alex Wurz ("Überholen ist nur am Start und bei den Boxenstopps möglich") hat sich damit eindrucksvoll bestätigt. So wie die Tatsache, dass McLaren derzeit punkto Speed eine Klasse für sich ist. "Wir hatten eine gute Strategie und ein gutes Auto. Jetzt schaut es in der WM wieder besser aus, hoffentlich können wir den Rückstand noch wettmachen. Wir werden in jedem Rennen attackieren und dürfen keine Rückschläge mehr erleiden", so Räikkönen, der nun wieder Blut geleckt hat.

"Unser Speed hat zwar im Laufe des Rennens nachgelassen, aber wenn wir auch den zweiten Boxenstopp überstanden hätten, hätten wir gute Chancen gehabt", meinte "Schumi I", der von einem "großen Schritt nach vorne" sprach. "Für die Moral und die Motivation des gesamten Teams war das sehr wichtig. Das war der Lohn für die harte Arbeit in den vergangenen Wochen."

Sein kleiner Bruder fuhr erstmals für Toyota aufs Podest. "Wir müssen uns vor niemandem verstecken, nur McLaren fährt derzeit in einer anderen Welt. Zunächst war ich von der Strategie des Teams alles andere als überzeugt, aber sie hatten Recht. Vielen Dank dafür an die ganze Mannschaft."
(apa/red)

31.7.2005 17:11
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