Freitag, 29. Juli 2005

GP von Ungarn: Christian Klien ist bereit für die Hitzeschlacht am "Mickey-Mouse-Kurs"

  • Qualifying wichtig: "Es gibt keine Überholmöglichkeit"
  • Red-Bull-Bolide verdient das Prädikat "hitzetauglich"

Christian Klien und Red Bull Racing (RBR) sind für die Hitzeschlacht beim Formel-1-Grand-Prix von Ungarn auf dem Hungaroring gerüstet. Bei fast tropischer Hitze hat RBR ein neues Aerodynamik-Paket mit nach Budapest gebracht, der Vorarlberger nimmt zudem in einem neuen, drei Kilogramm leichteren Sitz Platz. Entscheidend werden aber am 13. Wochenende des WM-Jahres vor allem zwei Faktoren sein: Das Qualifying am Samstag und die Hitzeresistenz von Pilot und Material.

"Das sind ähnliche Bedingungen wie in Malaysia. Im Cockpit hat es zwischen 50 und 60 Grad. Das ist für den Fahrer anstrengend, aber auch für Auto und Reifen", weiß Klien. Ein Missgeschick wie am vergangenen Sonntag auf dem Hockenheimring darf nicht mehr passieren. Der Österreicher fasste kurz vor dem Start einen neuen Helm aus, dann rutschte der Schlauch zur Trinkflasche aus dem Helm und der 22-Jährige musste ohne Flüssigkeit auskommen.

Die Quali-Runde am Samstag wird ähnlich hohe Bedeutung wie beim Klassiker in Monaco haben. Klien: "Es gibt praktisch keine Überholmöglichkeit. Da musst du schon fünf Sekunden schneller als der andere sein. Wenn er will, lässt dich selbst ein Minardi nicht vorbei." Die Begeisterung über die Strecke hält sich beim RBR-Youngster, 2004 in Ungarn 13., deshalb in Grenzen. "In meinem persönlichen Ranking ist der Hungaroring eher weiter unten. Das ist ein bisschen ein 'Mickey Mouse'-Kurs."

An seine favorisierte Spa-Strecke reicht der Hungaroring also bei weitem nicht heran, auch das Profil des nächsten WM-Laufs in Istanbul schaut für Klien "sehr anspruchsvoll" aus. Ob er allerdings beim ersten Türkei-Grand-Prix der Geschichte, der nach dreiwöchiger Rennpause am 21. August stattfindet, mit von der Partie sein wird, steht noch in den Sternen.

Hitze: Bahrain-Ergebnisse machen Mut
Der Red-Bull-Bolide hat bereits unter Beweis gestellt, dass der hitzetauglich ist - bei den heißen Start-Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain haben David Coulthard und Klien die bis dato besten Leistungen der Saison auf den Asphalt gebracht. "Das Auto ist sehr standfest", meinte auch Klien. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg auf der Strecke am Rande der ungarischen Hauptstadt ist eine stabile Hinterachse, der auf Grund der extremen und zahlreichen Bodenwellen eine ganz spezielle Bedeutung zukommt.

"Ich hoffe, das Auto liegt gut", so Klien, der derzeit mit vier Punkten auf WM-Platz 20 liegt. Probleme macht das Red-Bull-Auto in dieser Hinsicht derzeit vor allem bei vollem Tank. "Da passt die Balance nicht." Das Selbstvertrauen bei Klien stimmt auf jeden Fall nach Rang neun und tollen Überholmanövern gegen Ferrari-Pilot Rubens Barrichello auf dem Hockenheimring. "Einen Ferrari zu überholen, ist ein tolles Gefühl", sagt Klien.

Red-Bull-Teamchef Horner: "Wichtiges Rennen für Klien"
Für Christian Klien steht am Sonntag viel auf dem Spiel, denn sein italienischer Red-Bull-Racing-Teamkollege Vitantonio Liuzzi wartet bereits in den Startlöchern auf sein Comeback. Teamchef Christian Horner meinte vor dem WM-Lauf auf dem Hungaroring: "Ja, dieses Rennen ist wichtig für Christian." Nach dem Ungarn-GP wird die RBR-Führung eine Entscheidung treffen, wer am 21. August in Istanbul neben David Coulthard als zweiter Pilot an den Start gehen wird.

"In Hockenheim hat Christian einen sehr respektablen Job gemacht, mal sehen, wie es hier läuft", so Horner. Eine Entscheidung, wer 2006 neben Coulthard (Vertrag bereits verlängert) das zweite Cockpit bekommt, soll nach Angaben des Briten nach Saisonende fallen. "Dann haben wir alle Daten und Fakten und können eine Entscheidung treffen."

Für Sonntag ist Horner, der jüngste Teamchef im Zirkus, optimistisch: "Unser Ziel ist es, beide Autos in die Punkte zu bekommen. Am Hockenheimring haben wir einen Schritt nach vorne gemacht, hier erwarte ich mir einen weiteren kleinen Schritt."
(apa)

29.7.2005 11:24
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