Neuer Weltrekord: Delfin-König Crocker
war auch von Phelps nicht zu halten
- Über 100 m nahe an 50-Sekunden-Marke dran
- Fünfte Phelps-Medaille; 2. Gold für Shoeman, Ziegler
·Silber für Rogan, Bronze für Jukic!
Toll: Medaillenflut bei der Schwimm-WM in Montreal
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·Nadarajah verpasst Bronze nur ganz knapp
Schwimm-WM: Vierter Platz über 50 m Delfin
Der US-Amerikaner Ian Crocker nähert sich über 100 m Delfin weiter mit Riesen-Schritten der 50-Sekunden-Barriere. Der 22-jährige US-Schwimmer drückte am Samstag mit dem achten Weltrekord der WM in Montreal seine am 13. Juli 2004 in Long Beach fixierte bisherige Bestmarke um 36/100 auf 50,40 Sekunden, die Schallmauer ist schon in Sichtweite. Sein Freund Michael Phelps konnte da nicht mit, der 20-Jährige holte Silber (51,65).
Der Superstar heimste damit schon seine fünfte Medaille bei diesen Titelkämpfen ein, am Sonntag hat er in der Lagen-Staffel die Chance auf das halbe Dutzend. Crocker wusste um die gute Form von Phelps: "Es war klar, dass ich einen Weltrekord brauche, um Michael zu besiegen. Dafür habe ich trainiert. Diese Zeit aber überrascht mich, dabei war es gar kein perfekter Lauf." Bronze holte Ex-Weltrekordler Andrej Serdinow (UKR/52,08).
In drei weiteren Rennen an diesem vorletzten Wettkampftag bestand ebenfalls Weltrekord-Alarm. Zunächst holte Roland Schoeman (RSA) im Kraul-Sprint sein zweites Montreal-Gold nach jenem im Delfin-Sprint, mit 21,69 Sekunden (WM-Rekord) setzte er sich nur 5/100 hinter "Zar" Alexander Popow (RUS) an die zweite Stelle der ewigen Bestenliste. Dabei war der Staffel-Olympiasieger von Athen gar nicht fit angetreten.
"Ich habe mich am Vorabend sehr schlecht gefühlt, aber meine Gebete wurden erhört", erklärte der 25-jährige Schoeman. "Ich habe nicht mit so einer Zeit gerechnet, aber so überrasche ich mich und die anderen gerne." Mit Respektabstand holten Duje Draganja (CRO/21,89) und Bartosz Kizierowski (POL/21,94) die weiteren Medaillen.
Im Semifinale des Brust-Sprints der Damen gab Jade Edmistone (AUS) wie schon im Vorlauf das Tempo vor, mit 31,61 Sekunden (WM-Rekord) blieb sie nur 4/100 über dem auf den Tag genau drei Jahre alten Weltrekord von Zoe Baker (damals GBR/jetzt NZL). "Das hat sich gar nicht so toll angefühlt, ich habe den Start verpasst", ließ Edmistone einen weiteren Anlauf auf den Weltrekord im Endlauf erwarten.
Die Durchgangszeiten in der 4x100-m-Lagenstaffel lagen durchwegs unter den Weltrekord-Durchgangszeiten, auf der letzten der acht Längen fiel die australische Schluss-Schwimmerin Lisbeth Lenton aber noch um 15/100 hinter die Weltbestzeit zurück. 3:57,47 bedeuteten WM-Rekord. Sophie Edington , Leisel Jones und Jessicah Schipper waren noch an dessen Zustandekommen beteiligt. USA (3:59,92) und Deutschland (4:02,51) kamen auch aufs Podest.
Ihr zweites Gold nach dem Sieg über 1.500 m Kraul sicherte sich Kate Ziegler (USA) auf der 800-er-Distanz. Die erst 17-Jährige siegte in 8:25,31 sicher vor Brittany Reimer (CAN/8:27,59). Die ebenfalls 17-Jährige sorgte für die bereits fünfte Schwimm-Medaille des Veranstalterlandes bzw. ihre zweite nach Bronze im "Marathon". Ai Shibata (JPN/8:27,86) kam diesmal auf Rang drei.
In einer bemerkenswerten Zeit gewann Kirsty Coventry über 200 m Rücken, ihren zweiten Titel bzw. dritte Medaille in dieser Woche. Mit 2:08,52 Minuten schob sich die 21-Jährige aus Simbabwe auf Rang fünf des ewigen Rankings, der Weltrekord von Krisztina Egerszegi (HUN/2:06,62) bleibt aber wie schon seit 14 Jahren vorerst weiter ungefährdet. Margaret Hoelzer (USA/2:09,94) und Reiko Nakamura (JPN/2:10,41) freuten sich ebenfalls über Edelmetall.
Da Danni Miatke im Delfin-Sprint (26,11) vor Anna-Karin Kammerling (26,36) und Therese Alshammar (jeweils SWE/26,39) im Delfin-Sprint voran lag, bleibt Australien am Schlusstag noch eine kleine Hoffnung auf Rang eins in der Medaillenwertung. Doch die USA liegen mit 13 Titeln um drei voran, was bei noch sieben ausständigen Entscheidungen reichen sollte. Österreich wurde von Schweden überholt und liegt auf Position 13. (apa/red)
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