Schwimm-WM: Jones mit Flucht nach
vorne zu fantastischem Weltrekord
- Mit Peirsol-Marke schon sieben Weltbestzeiten
- Viertes Gold für Phelps, nun gegen Crocker
Die Glanzlichter am sechsten Tag der Schwimm-Bewerbe der WM in Montreal sind in den Bewerben mit österreichischen Medaillen-Gewinnen gesetzt worden. Aaron Peirsol verbesserte über 200 m Rücken seinen Weltrekord um 8/100 Sekunden auf 1:54,66 Minuten, Leisel Jones (AUS) unterbot die Weltbestmarke von Amanda Beard (USA) in 2:21,72 gleich um 72/100. Beide bisherige Bestzeiten waren am 12. Juli 2004 fixiert worden.
Peirsol hatte sich den Weltrekord zum Ziel gesetzt. "Ich wollte mich auf dem Weg zu Olympia 2008 verbessern", sagte der 22-Jährige. "Aber jedes Rennen gibt es mehr Leute, die mich schlagen wollen. An die Spitze zu kommen ist leichter als dort zu bleiben." Jones hatte ein enormes Tempo angeschlagen, lag bei 150 m 1,75 Sekunden unter der Marschtabelle. "Das hätte ich mir nicht erwartet", war die 19-Jährige von ihre Leistung verblüfft.
Der US-Amerikaner Brendan Hansen wiederholte über 200 m Brust seinen Sieg vor vier Jahren in Fukuoka, als sich der 23-Jährige vor Maxim Podoprigora Gold gesichert hatte. Der Weltrekordler siegte diesmal in 2:09,85 Minuten und kürte sich zum Doppel-Weltmeister. "Podo" hätte mit seiner 2001-er-Zeit von 2:11,09 wieder Silber geholt. So ging Rang zwei an den umjubelten Kanadier Mike Brown (2:11,22), Bronze an Genki Imaura (JPN/2:11,54).
Viertes Gold für Phelps
Superstar Michael Phelps holte sich mit der US-Staffel über 4x200 m Kraul als Start-Schwimmer seine vierte Gold-Medaille bei diesen Titelkämpfen. Der 20-Jährige siegte mit seinen Kollegen Ryan Lochte, Peter Vanderkaay und Klete Keller in 7:06,58, Silber gab es wieder für Kanada (7:09,73) und Bronze ging an Australien (7:10,59). "Wir haben einen Amerika-Rekord aufgestellt, damit sind wir sehr zufrieden", resümierte Phelps.
Über 100 m Kraul der Damen setzte sich Jodie Henry (AUS) in 54,18 klar durch, Malia Metella (FRA) und Natalie Coughlin (USA) kamen in 54,74 ex aequo auf Rang zwei. Im Semifinale über 100 m Delfin der Herren hatte Ian Crocker in 51,08 seine Nase wie im Vorlauf klar voran, der Weltrekordler ist im Finale Favorit. Sein Freund Phelps war in 52,02 Zweiter. "Im Finale gibt es keine Freundschaft, das ist nur Geschäft", meinte Crocker zum anstehenden Duell.
Vor den abschließenden zwei Wettkampftagen sind im WM-Becken bereits sieben Weltrekorde aufgestellt worden. In der Medaillen-Wertung setzten sich die USA mit elf Mal Gold ab, Verfolger Australien hat es auf bisher acht Titel gebracht. Österreich stieg mit je ein Mal Silber und Bronze auf Position zwölf ein. (apa/red)
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