Fußball: Serie A-Aufsteiger FC Genoa gleich wieder zu Zwangsabstieg verurteilt
- Wegen Spielmanipulation in dritte Liga verbannt
- PLUS: Auch Torino und Messina ohne Spiellizenz
Fußball-Serie A-Aufsteiger FC Genoa ist vom italienischen Sportgericht in Mailand wegen Spielmanipulation zum Zwangsabstieg in die dritthöchste Spielklasse, die Serie C, verurteilt worden. Der Traditionsverein, einer der ältesten Klubs in Italien, wurde der Manipulation des entscheidenden Serie B-Spiels gegen Venezia am 11. Juni dieses Jahres für schuldig befunden. Der 3:2-Heimsieg über den Klub des ehemaligen ÖFB-Teamtorhüters Michael Konsel hatte Genoa die Rückkehr ins italienische Oberhaus gesichert.
FC Genoa-Präsident Enrico Preziosi und Manager Stefano Capozucca sowie Francesco Dal Cin, Vorsitzender Direktor von Venezia, wurden außerdem zu einer fünfjährigen Sperre für sämtliche Funktionen im Fußball verurteilt. Die Venezia-Spieler Martin Lejsal und Massimo Borgobellow wurden für fünf bzw. sechs Monate gesperrt. Gegen alle Entscheidungen kann noch berufen werden.
Rücktritt und wütende Fan-Proteste
Preziosi trat schließlich noch am Mittwoch Nachmittag als Klub-Präsident zurück. FC Genoa-Anwalt Alfredo Biondi sieht den Verein als "Opfer einer Inquisition". Sein Kollege Franco Coppi kündigte an, in die Berufung zu gehen. "Das ist nicht das erste Mal, dass man einen Prozess in erster Instanz verliert und dann in der Berufung gewinnt", sagte Coppi.
Während die Anklage die 250.000 Euro, mit denen ein Venezia-Vertreter vor dem entscheidenden Spiel beim Verlassen des Firmengeländes Preziosis erwischt worden war, als Bestechungsgeld ansah, erklärte Genoa die Summe als Anzahlung auf einen Spielertransfer. In Genua sorgte das Urteil für Aufruhr und wütende Fan-Proteste.
Auch Torino und Messina zittern
Aufsteiger AC Torino und Messina Calcio ist auch vom Berufungsgericht des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) die Lizenz für die Serie A wegen Überschuldung verweigert worden. Das Gericht wies am späten Dienstagabend 22 von 23 Einsprüchen gegen die Entscheidungen des italienischen Fußballverbandes (FIGC) vom 15. Juli zurück. Lediglich Drittligist Fermana erhielt im ersten Berufungsverfahren die Zulassung für die Serie C.
Messina, Torino sowie die übrigen Zweit- und Drittligisten werden nun am 2. August vor dem Zivilgericht in Latium klagen. Letzte Instanz wäre dann der Staatsgerichtshof in Rom, der Mitte August entscheiden würde. Sollten die beiden Serie A-Klubs in allen Berufungsverfahren scheitern, droht die Rückstufung in die dritte Liga.
(apa)
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