Dienstag, 26. Juli 2005

Michael Ballack wird kein "Galaktischer": Peinlicher Saisonbeginn für Real Madrid!

  • "As" nach 0:3 in Tokio: "Real erlebt Pearl Harbor"
  • ASK Schwadorf kostet das Real-Spiel 30.000 Euro

Real Madrid hat die Hoffnung auf eine Verpflichtung von Michael Ballack vorerst aufgegeben. Der Kapitän des deutschen Fußball-Nationalteams scheint nicht zu einem Wechsel zum spanischen Rekordmeister bereit zu sein. "Die Madrilenen haben den Eindruck, dass es dem 28-Jährigen darum geht, gute Bedingungen für seine Vertragsverlängerung mit Bayern München auszuhandeln", schrieb das spanische Sportblatt "Marca" dazu am Dienstag.

Dies war keineswegs der einzige Rückschlag, den die "Königlichen" in der Vorbereitung zur Saison 2005/2006 einstecken mussten. Bei der - in Madrid bereits als perfekt gemeldeten - Verpflichtung von Robinho gibt es Streit mit dem FC Santos. Die Brasilianer wiesen die von Real gezahlte Ablösesumme von 25 Millionen Euro für den Jungstar zurück. Nun muss der Weltverband (FIFA) in dem Transferstreit entscheiden.

Engländer Woodgate spielt weiterhin nicht
Zu allem Überfluss erlitt der "Langzeitverletzte" Jonathan Woodgate einen Rückfall. Real, Anfang August Trainingsgast in der Steiermark (Testspiel am 7. August in Irdning/18 Uhr gegen NÖ-Klub ASK Trenkwalder Schwadorf für ein Honorar von 30.000 Euro), hatte den Verteidiger vor einem Jahr für rund 20 Millionen Euro verpflichtet. Der Engländer spielte aber bisher nicht eine Minute im Trikot des Weißen Balletts.

Dabei sollte in den Reihen der Madrilenen in dieser Saison alles anders werden. Nach zwei Saisonen ohne nennenswerte Erfolge wollen Beckham, Ronaldo & Co. endlich wieder Titel holen. Die Asien-Tournee zu Saisonbeginn verlief allerdings überaus peinlich. In Japan kam Real gegen Tokio Verdy, dem Vorletzten der Liga, 0:3 unter die Räder. Das Starensemble wurde von einem Team vorgeführt, das zuletzt in sechs Spielen 26 Gegentore kassiert hatte. Das Sportblatt "As" verglich das Desaster mit der Versenkung der US-Pazifikflotte im Zweiten Weltkrieg durch japanische Streitkräfte: "Real erlebt sein Pearl Harbor."

Geldgierige Madrilenen in China?
Auch in China verspielte der erfolgreichste Verein der Welt viele Sympathien. Die chinesische Presse hielt den Madrilenen vor, es nur auf das Geld abgesehen zu haben, und verglich die Besucher mit einer "Heuschreckenplage". Real will auf der Tournee insgesamt 21 Millionen Euro einnehmen. Daher verbrachten die Spieler in den vergangenen elf Tagen 33 Stunden im Flieger und nur vier Stunden mit Training. Da wundert es niemanden, dass die millionenschweren Stars kaum mehr als Standfußball boten. Dies blieb auch den Fans nicht verborgen. Während Real früher auf seinen Asien-Tourneen begeistert gefeiert wurde, spielen die "Königlichen" nun vor halbleeren Rängen.

(apa)

26.7.2005 14:08