Donnerstag, 28. Juli 2005

Großalarm in London: Polizeipräsenz auf Straßen, vor U-Bahn & Bussen stark erhöht

  • 16 Bomben in Attentäter-Auto von 7. Juli entdeckt
  • Selbstgebastelte Sprengsätze mit Nägeln bestückt

Drei Wochen nach der ersten Welle von Terroranschlägen und eine Woche nach der zweiten Anschlagsserie ist London an diesem Donnerstag in höchster Alarmbereitschaft. Die Polizeipräsenz auf den Straßen, vor U-Bahnhöfen und Bushaltestellen war noch stärker als in den vergangenen Tagen. In der Innenstadt ertönte immer wieder das Geheul von Polizeisirenen. Scotland Yard befürchtet, dass die drei noch flüchtigen Rucksackbomber ihrer Festnahme zuvorkommen wollen, indem sie noch einmal zuschlagen. Die britische Polizei hat nach Informationen der Presse in einem Auto der Londoner Attentäter vom 7. Juli insgesamt 16 Sprengsätze gefunden.

Einige der selbstgebastelten Bomben seien zusätzlich mit Nägeln ausgerüstet gewesen, um ihre Wirkung noch verheerender zu machen, berichteten die britischen Zeitungen am Donnerstag.

Nach Angaben der "Times" ähneln die entdeckten Sprengsätze den Bomben, die bei der zweiten Anschlagsserie am 21. Juli benutzt wurden. Sie fürchtete, allein die Zahl der Bomben weise auf "die Existenz einer großen und gut-ausgerüsteten Terrorzelle" im Land hin, die möglicherweise weitere Anschläge plane.

Begleitet waren die Berichte von Fotos der entdeckten Bomben. Die Attentäter der blutigen Anschlagsserie vom 7. Juli mit 56 Toten hatten den Wagen auf einem Parkplatz in Luton etwa 50 Kilometer nördlich von London stehen gelassen und von dort aus gemeinsam den Zug nach London genommen. Der US-Fernsehsender ABC hatte am Mittwoch zuerst die Fotos von den hinterlassenen Sprengsätzen veröffentlicht. Wie gewöhnlich wollte sich Scotland Yard zu den Informationen nicht äußern.

Ermittler nahmen drei Frauen fest
Bei Razzien im Londoner Stadtteil Stockwell nahmen die Fahnder unterdessen am Mittwochabend drei Frauen fest. Laut einer Polizeisprecherin stehen sie im Verdacht, mögliche Drahtzieher der Anschläge vom 21. Juli beherbergt zu haben. Nach ihren Angaben wurden im Zuge der Ermittungen zu den fehlgeschlagenen Attentaten zwölf Verdächtige festgenommen, darunter einer der mutmaßlichen Attentäter.

Polizeiaktion in Tooting im Süden der britischen Hauptstadt
Im Zusammenhang mit den versuchten Anschlägen in London in der vergangenen Woche hat die britische Polizei am Donnerstag neun weitere Verdächtige festgenommen. Die Männer wurden nach Behördenangaben in Tooting im Süden der britischen Hauptstadt gefasst. Die Nachrichtenagentur Press Association meldete, offenbar seien unter den Festgenommenen keine der mutmaßlichen Attentäter.

(apa/Red))

28.7.2005 07:08