Sonntag, 31. Juli 2005

Anhaltende Gewalt im Irak: Seit Anfang des Jahres schon mehr als 4.000 Todesopfer!

  • Mehr als die Hälfte der Opfer aus Zivilbevölkerung
  • Auch am Wochenende wieder zahlreiche Anschläge

Der anhaltenden Gewalt im Irak sind seit Anfang des Jahres 4000 Menschen zum Opfer gefallen. Mehr als die Hälfte von ihnen seien Zivilisten, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Statistik des irakischen Innen- und des Gesundheitsministeriums. Auch am Wochenende kamen bei zahlreichen Anschlägen im Land wieder mehr als 50 Menschen ums Leben.

Mit fast 580 getöteten Polizisten, Soldaten und Zivilisten war der Juli einer der bisher blutigsten Monate. Der Statistik zufolge gab es in den vergangenen vier Wochen 32 Autobombenanschläge, sechs Attentate mit Sprengstoffgürteln und 53 bewaffnete Angriffe. Zwei Drittel aller seit Jahresbeginn registrierten Gewaltakte wurden in der Hauptstadt Bagdad verübt. Nach Angaben der US-Menschenrechtsinitiative "Iraq Body Count" wurden seit dem US-Einmarsch im Irak im März 2003 fast 25.000 Zivilisten getötet.

Bei der Explosion einer Autobombe auf der Straße von Haswa nach Mahawil rund 60 Kilometer südlich von Bagdad wurden am Sonntag mindestens fünf Iraker getötet. Bei zwei weiteren Autobombenexplosionen in Bagdad kamen fünf US-Soldaten ums Leben. Ebenfalls in Bagdad wurden die mit Schusswunden bedeckten Leichen zweier Männer entdeckt. Bei Kämpfen mit US-Soldaten wurden nahe der Stadt Haditha zwölf Aufständische getötet. In der nordirakischen Ölstadt Kirkuk wurde ein irakischer Übersetzer der US-Armee von Unbekannten erschossen.

Am Sonntag wurde ein weiterer Iraker in Bagdad aus seinem Haus entführt. Der Arzt, der für ein Krankenhaus im Schiitenviertel der Hauptstadt arbeitete, wurde von drei Männern gekidnappt. Am Vortag war die Generaldirektorin des Gesundheitsministeriums im Stadtteil Mansur entführt worden. Außerdem wurden die Leichen von drei Flughafenangestellten in Bagdad entdeckt, die vor drei Tagen entführt worden waren.(apa/red)

31.7.2005 16:16