Freitag, 29. Juli 2005

Wieder Autobombe im Irak: Täter reißt zahlreiche Menschen mit in den Tod

  • Mossul: 44 Tote , 57 weitere Personen verletzt
  • Anschlag auf britischen Konsulatskonvoi in Basra

Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe des Nationaltheaters in Bagdad sind am Samstag mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter drei Polizisten. Mindestens 25 Personen wurden verletzt, wie die Polizei und Augenzeugen mitteilten. Unter den Verletzten sind eine Mutter und deren zwei Kinder sowie mehrere Polizisten. Bei der Explosion wurden auch mehrere Autos zerstört. Die Polizei vermutet, dass der Anschlag den Polizisten galt.

Bei einem Bombenanschlag auf einen britischen Konsulatskonvoi sind am Samstagmorgen im Süden des Irak zwei britische Sicherheitsleute getötet worden. Das erklärte eine britische Botschaftssprecherin in Bagdad. Demnach explodierte der Sprengsatz an einer Straße nahe der Stadt Basra. Nach Angaben von Augenzeugen wurde zudem ein am Straßenrand stehendes Kind bei dem Vorfall verletzt. Bei einem weiteren Bombenschlag auf einen vorbeifahrenden amerikanischen Konvoi auf einer Straße nordwestlich von Falluja gab es nach Angaben der Polizei Opfer. Zahlen lagen zunächst nicht vor.

Ebenfalls bei einem Bombenanschlag wurde nach Polizeiangaben in einem südlichen Stadtteil von Bagdad ein Zivilist getötet. Zwei weitere seien durch den an der Straße versteckten Sprengsatz verletzt worden. Unterdessen fanden Sicherheitskräfte in einem Obstgarten in der Hauptstadt die Leichen des am Mittwoch entführten Direktors des Flughafens von Bagdad sowie zwei seiner Mitarbeiter.

Nach einem Selbstmordanschlag auf eine Rekrutierungsstelle der irakischen Streitkräfte ist die Zahl der Toten am Samstag auf 44 gestiegen. 57 weitere Menschen wurden nach neuesten Polizeiangaben verletzt. Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz am Freitag mitten unter den Rekruten in Rabiah nahe der syrischen Grenze. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Irak.

Der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein ist nach Angaben seiner Anwälte bei einer Anhörung vor Gericht von einem unbekannten Mann angegriffen worden. Danach sei es zu einer Schlägerei zwischen dem früheren Machthaber und dem Angreifer gekommen, teilten die Verteidiger über ihr Büro in der jordanischen Hauptstadt Amman am Samstag mit. Der Vorfall habe sich am Donnerstag ereignet. Ob Saddam Hussein dabei verletzt wurde, ging aus der Erklärung nicht hervor. Die US-Regierung soll hinter den Kulissen versucht haben, den Prozessbeginn hinauszuzögern, weil sie mit einer Verstärkung der Aktivitäten von Aufständischen rechnet.(apa/red)

29.7.2005 14:11