Freitag, 29. Juli 2005

Zwei Tote bei Bombenanschlag in Türkei: Sprengsatz war in einem Fahrzeug versteckt

  • Die Toten sind Soldaten, ein Zivilist wurde verletzt

Bei einem Bombenanschlag in der südosttürkischen Stadt Hakkari sind am Freitag zwei Soldaten getötet und ein Zivilist verletzt worden. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichtete, war der Sprengsatz in einem Fahrzeug versteckt. Hinweise auf die Attentäter lagen zunächst nicht vor.

Die Provinz Hakkari im äußersten Südosten der Türkei an der Grenze zum Iran und dem Irak gilt als eine Hochburg kurdischer Rebellen. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte ihren bewaffneten Kampf gegen die türkischen Sicherheitskräfte jüngst intensiviert, nachdem im Juni 2004 ein fünf Jahre zuvor verkündeter einseitiger Waffenstillstand beendet worden war.

Polizei ist uneinig über Einschätzung
In der türkischen Polizeiführung gibt es offenbar unterschiedliche Einschätzungen zur Gefährdung des Landes durch Terroristen. Der stellvertretende Polizeichef von Istanbul, Sammaz Demirtas, sagte der Zeitung "Vatan", er erwarte einen Anschlag binnen vier Monaten. Die Polizei in Istanbul überwache rund 1.000 Menschen mit mutmaßlichen Verbindungen zum Netzwerk Al Kaida.

Der türkische Polizeisprecher Ismail Çaliskan sagte dagegen auf einer Pressekonferenz, es werde kein Terroranschlag erwartet. "Die Türkei ist ein sicheres Land", sagte Çaliskan auf die Frage nach einer Stellungnahme zu Demirtas' Erklärung. Er bestätigte aber, dass die Polizei radikale islamistische und separatistische Gruppen überwache.

Istanbul war im November 2003 Ziel von Anschlägen militanter Islamisten. 58 Menschen kamen ums Leben, mehrere hundert wurden verletzt.
(apa)

29.7.2005 14:03