Katastrophe in Asien: Indien befürchtet
bis zu Tausend Tote durch Monsun-Regen
- Flugstopp behindert Hilfstransporte und Tourismus
Über der westindischen Metropole Bombay ist am Sonntag erneut ein schwerer Monsunregen niedergegangen. Während sich die Zahl der Toten der Unwetterkatastrophe nach offiziellen Angaben auf 969 erhöhte, suchten zahlreiche Menschen in den Trümmern von Häusern verzweifelt nach Überlebenden.
Am Flughafen von Bombay wurden zeitweise alle Starts und Landungen abgesagt, auch die Fernverkehrszüge wurden gestoppt. 130.000 städtische Bedienstete waren im Einsatz, um die Schäden der schwersten Monsun-Katastrophe in der indischen Geschichte zu beseitigen. Rund 10.000 Bürger protestierten gegen die schlechte Wasserversorgung und die seit fünf Tagen anhaltende Stromsperre.
In der Nacht zum Sonntag wurden in Bombay und im Bundesstaat Maharashtra 47 Leichen geborgen. Die Wetterdienste sagten voraus, dass es bis Montag weiter "mittelmäßige bis starke" Niederschläge geben werde. Die Monsunregen hatten vor einer Woche eingesetzt. Mit Bulldozern, Kränen und bloßen Händen bemühten sich die städtischen Einsatzkräfte und die Bewohner der 15-Millionen-Stadt, Schutt und Schlamm wegzuräumen. Unter den Schlamm- und Trümmermassen wurden weitere Vermisste vermutet. Nach Angaben des Wetteramtes waren in Bombay allein von Dienstag bis Mittwoch mehr als 94 Zentimeter Regen gefallen - so viel wie nie zuvor an einem einzigen Tag.
Nachdem in der vergangenen Woche eine Passagiermaschine von der Landebahn des Flughafens Bombay geschlittert war, ordneten die Behörden am Wochenende erneut ein Start- und Landeverbot an. Am Sonntag konnten jedoch wieder einige In- und Auslandsflüge abgewickelt werden. Bombay ist für gewöhnlich der indische Flughafen mit dem höchsten Passagieraufkommen.
Die Bemühungen um eine Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser würden durch die jüngsten Regenfälle erschwert, sagte der städtische Beauftragte Johny Joseph. Für alle Angestellten der Stadt Bombay sei ein Urlaubsverbot verhängt worden. Sämtliche verfügbaren Tanklastwagen seien im Einsatz, um Trinkwasser herbeizuschaffen. Die Gesundheitsbehörden trafen Vorsichtsmaßnahmen, um den Ausbruch von Epidemien durch verseuchtes Wasser zu verhindern. (apa/red)
