Mittwoch, 27. Juli 2005

Anschläge in Ägypten: Sharm el Sheikh und Taba hängen offenbar zusammen!

  • Übereinstimmungen im Sprengstoff wurden gefunden

Zwischen den Anschlägen von Sharm el Sheikh und den Anschlägen in Taba vom vergangenen Oktober gibt es offenbar einen engen Zusammenhang. Wie die ägyptischen Sicherheitskräfte am Mittwoch mitteilten, wurden Übereinstimmungen in dem Sprengstoff festgestellt, der bei den beiden Anschlagsserien verwendet wurde. Darüber hinaus war einer der Selbstmordattentäter von Sharm el Sheikh, der inzwischen identifiziert wurde, bereits nach den Anschlägen von Taba vorübergehend festgenommen worden und nach seiner Freilassung untergetaucht. Bei den Anschlägen von Taba waren 34 Menschen getötet worden, in Sharm el Sheikh waren es nach unterschiedlichen Angaben zwischen 67 und 88.

"Die Experten haben erklärt, dass der in Sharm el Sheikh verwendete Sprengstoff mit dem von Taba weitgehend übereinstimmt", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. "Die Verantwortlichen der Anschläge von Sharm el Sheikh stehen mit großer Wahrscheinlichkeit in Verbindung mit den Verantwortlichen der Anschläge von Taba." Am Dienstag hatten die ägyptischen Sicherheitskräfte den Verdacht gegen sechs Pakistaner fallen lassen, sie hätten die Anschläge verübt. Wie die Regierungszeitung "El Ahram" berichtete, sollen sie vor dem Zeitpunkt der Explosionen illegal nach Israel eingereist sein, um dort Arbeit zu suchen.

Die ägyptischen Sicherheitskräfte wiesen auf mehrere Übereinstimmungen zwischen den Anschlägen in Taba und Sharm el Sheikh hin. In beiden Fällen waren die Anschläge im Abstand von wenigen Minuten an Stellen verübt worden, die stark von Touristen frequentiert werden. Als Zeitpunkt für die Anschläge wurden zwei ägyptische Nationalfeiertage ausgewählt - am 23. Juli wird der Tag der Revolution begangen, der 7. Oktober ist der Gedenktag für den Yom-Kippur-Krieg von 1973.

Bei dem inzwischen identifizierten Selbstmordattentäter handelt es sich nach Angaben der ägyptischen Sicherheitskräfte um den islamischen Fundamentalisten Jusef Badran. Ein DNA-Abgleich zwischen den sterblichen Überresten des Attentäters und seinen Hinterbliebenen habe die Identität bestätigt. Die Polizei hatte Badran nach eigenen Angaben bereits nach den Anschlägen von Taba im Visier. Badrans Schwiegermutter sagte der Nachrichtenagentur AFP, ihr Schwiegersohn sei seit Monaten verschwunden gewesen.

(apa/red)

27.7.2005 13:36