Nach dem ersten Monat: Heeres-Piloten zufrieden mit ihrem Schweizer Miet-Jet
- Keine Probleme bei Luftraumüberwachung mit F-5E
- Zwölf Maschinen bis Eurofighter-Start gemietet

Die Heeres-Piloten sind zufrieden mit ihren Schweizer Miet-Jets, die seit einem Monat in der Luftraumüberwachung eingesetzt werden. Laut Major dG Gerfried Promberger vom Kommando Luftstreitkräfte hat die Einführung der F-5 bisher problemlos funktioniert. Auch die ersten Alarmstarts seien bereits reibungslos durchgeführt worden.
Das Bundesheer hat insgesamt zwölf Maschinen des amerikanischen Typs F-5E aus der Schweiz gemietet, um die Lücke zwischen dem Auslaufen der alten Draken und der neuen Eurofighter zu schließen. Die ersten Maschinen sind vor einem Jahr nach Österreich überstellt worden. Vor einem Monat, Anfang Juli, haben die neuen Flugzeuge die Luftraumüberwachung komplett von den Draken übernommen.
Die Einführung der F-5E beim Bundesheer hat rund ein Jahr gedauert. Inzwischen sind zwölf Piloten ausgebildet, dazu kommen rund 35 Techniker, die an den Flugzeugen arbeiten.
Die Vorgangsweise bei Alarmstarts hat im Vergleich zu den Draken umgestellt werden müssen, berichtete der Militärpilot im Gespräch mit der APA: Der sogenannte "Anlassvorgang" für die in Graz-Thalerhof stationierten Abfangjäger dauert länger als bei den Draken. Grund dafür ist vor allem, dass die F-5 über zwei Triebwerke verfügt. Außerdem habe die F-5 andere Navigationsanlagen als der Draken.
Als Folge daraus wird öfter "Sitzbereitschaft" verfügt: Die Heeres-Piloten warten dann bei laufenden Triebwerken in ihren Jets, sollte etwa wegen eines Flugzeugs, dessen Piloten sich nicht identifizieren wollen, ein Alarmstart notwendig sein.
Insgesamt wurde im vergangenen Monat zehn Mal ein Alarm ausgelöst, so der Major. Vier Mal davon mussten die Abfangjäger tatsächlich aufsteigen, um unbekannte Flugzeuge zu identifizieren. Ein weiteres Mal konnte kurz nach dem Start abgebrochen werden.
"Sehr gut" läuft laut Promberger auch die Zusammenarbeit mit den Schweizer Stellen. Der Mietvertrag sieht vor, dass umfangreichere Wartungsarbeiten in dem Nachbarland durchgeführt werden. Zwei bis drei Abfangjäger seien daher auch ständig in der Schweiz.
Geändert wird dieses System während der EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006: Bei Großereignissen - etwa dem geplanten Besuch von US-Präsident George W. Bush - sollen alle Flugzeuge gleichzeitig zur Verfügung stehen. Die Wartungsereignisse werden daher so angesetzt, dass dieser Anspruch erfüllt wird.
Die Draken, von denen laut Generalmajor Erich Wolf, dem Kommandanten der Luftstreitkräfte, noch rund zehn Stück verfügbar sind, werden noch bis Ende 2005 als Reserve betriebsbereit gehalten. Voraussichtlich wird es noch zwei öffentliche Auftritte für die Flugzeuge geben, die seit Ende der achtziger Jahre in der Luftraumüberwachung eingesetzt waren: Beim "Tag der Leutnante", der Ausmusterung der neuen Offiziere an der Militärakademie in Wiener Neustadt, und bei der am 26. Oktober in Wien geplanten Parade anlässlich "50 Jahre Bundesheer".(apa/red)
