Mord an 85-Jähriger Pensionistin in Linz: Verdächtige befindet sich auf der Flucht
- Internationaler Haftbefehl gegen Slowakin erlassen
Der Anfang Juli in Linz verübte Mord an einer 85-jährigen Frau dürfte geklärt sein. Wie die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich mitteilte, steht eine 35-jährige Nachbarin des Opfers Frau in Verdacht, die Pensionistin ermordet zu haben. Die Hausverwalterin und ein DNA-Test brachten die entscheidenden Hinweise. Die 35-Jährige ist flüchtig und wird per internationalem Haftbefehl gesucht.
Die 85-jährige Linzerin war am 9. Juli von ihrer Schwester tot in der Wohnung aufgefunden worden. Die betagte Frau wies am Hinterkopf eine stark blutende Wunde auf. Die Obduktion ergab, dass die Frau jedoch erstickt worden war. Bei einer Analyse der DNA-Spuren vom Tatort wurde festgestellt, dass die Pensionistin von einer Frau umgebracht worden war. Außerdem wurde vermutet, dass die 85-Jährige ihre Mörderin selbst in die Wohnung gelassen hatte, denn die Einkaufstasche und ihr Gehstock waren - wie es die Frau gewöhnlich zu tun pflegte - ordentlich abgestellt.
Am 23. Juli teilte schließlich die Verwalterin des Hauses, in dem das Mordopfer gewohnt hatte, der Kriminalpolizei mit, dass eine 35-jährige Mieterin überstürzt ausgezogen sei. Die Hausverwalterin gab außerdem an, dass sie auf dem Fußboden der Wohnung der 35-Jährigen "blutverdächtige Flecken" bemerkt habe, berichtete die Sicherheitsdirektion. Eine Untersuchung durch Kriminalbeamte ergab jedoch, dass es sich bei den Flecken um Rückstände von Nagellack handelte.
Bei einer darauf folgenden Wohnungsdurchsuchung stellten die Beamten mehrere Zigarettenstummel aus einem Aschenbecher sicher, die die Frau hinterlassen haben dürfte. Die Zigarettenreste wurden einem DNA-Test unterzogen, der schließlich Erfolg brachte. Das weibliche DNA-Profil am Tatort stimmte mit jenem auf den Zigarettenstummeln überein.
Die Slowakin war bereits am 13. Juli bei der Überprüfung aller Hausbewohner befragt worden, teilte die Sicherheitsdirektion mit. Die 35-Jährige gab an, sie wohne seit Dezember 2004 im Haus. Die Ermordete habe sie nur vom Sehen her gekannt. Bei dieser Befragung ergaben sich jedoch vorerst keine Anhaltspunkte, dass die 35-Jährige mit dem Tötungsdelikt zu tun haben könnte, so die Kriminalisten.
Laut Sicherheitsdirektion stehe fest, dass die Täterin massive körperliche Gewalt gegen das Opfer ausgeübt haben müsse. Die exakte Tatverlauf könne jedoch erst mit der Festnahme der Verdächtigen geklärt werden. Von der Staatsanwaltschaft wurde gegen die 35-Jährige ein internationaler Haftbefehl erlassen. (apa/red)
