Nach Urteil des EuGH: Universität Salzburg führt jetzt Zugangs-Beschränkungen ein

  • Betroffen: Studiengänge Psychologie & Publizistik
  • Vorerst keine Zugangsbeschränkungen in Innsbruck

Auch an der Universität Salzburg wird der Zugang nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes beschränkt, und zwar in den Studienrichtungen Psychologie (Diplomstudium) und Kommunikationswissenschaft (Bakkalaureatsstudium). Das hat am Freitag der Senat der Universität beschlossen. Die endgültige Genehmigung erfolgt durch den Universitätsrat der Universität Salzburg.

In Psychologie werden 298 Studienplätze vergeben, in Kommunikationswissenschaften 467. Gibt es mehr Interessierte, kommt es zu einem Aufnahmeverfahren. Anmeldungen sind von 22. August bis 16. September möglich und für die Teilnahme nötig.

Bei der Aufnahme in Psychologie werden zum einen Bonuspunkte für gute Noten im Maturazeugnis vergeben, zum anderen muss eine schriftliche Aufnahmeprüfung absolviert werden. Bei den Kommunikationswissenschaften gibt es ebenfalls eine schriftliche Prüfung, bei der studienbezogene Basiskenntnisse abgefragt werden. Die Prüfungstermine werden einmal im Studienjahr angeboten, das Ergebnis wird den Bewerbern spätestens vierzehn Tage nach der Prüfung bekannt gegeben.

"Es handelt sich dabei um eine Notmaßnahme, die für ein Studienjahr gilt und für alle Studienbewerber eine möglichst faire Chance des Zugangs bieten soll. So werden keine Prüfungsgebühren eingehoben, die normalen Studiengebühren sind erst bei endgültiger Zulassung zu entrichten", teilte die Universität mit. Für alle anderen 29 Studienrichtungen gilt nach wie vor der völlig freie Hochschulzugang.

Innsbruck: Vorerst keine Zugangsbeschränkungen
Am 1. August fällt an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck der Startschuss für die Zulassung zum Studium. Zugangsbeschränkungen gibt es - zumindest vorerst - nicht. Alle Studieninteressierten werden zum Studium zugelassen, hieß es am Freitag. Die Zulassungsfrist läuft bis 15. Oktober.

Es gibt keine Auswahlverfahren vor dem Studienbeginn, wurde in einer Aussendung betont. "Es spielt keine Rolle, wann sich jemand an unserer Universität inskribiert. Es gelten für alle die gleichen Spielregeln", sagte Rektor, Univ.-Prof. Manfried Gantner. Höchstes Ziel sei es, ein qualitätsvolles Studium anzubieten. Dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen.

Wenn sich nach der Zulassungsfrist zu hohe Studierendenzahlen für die Gewährleistung eines qualitätsvollen Studiums abzeichnen würden, werde es in Biologie, Pharmazie, Psychologie und Betriebswirtschaft - in diesen Fächern wurde auf Grund des Wegfalls der Zugangsbeschränkung ein Anstieg der Studierenden aus Deutschland erwartet - eine Studieneingangsphase von maximal zwei Semestern geben, kündigte Gantner an.

Österreich hat unzugänglichstes Uni-System
Der offene Hochschulzugang hat nicht zu einer besseren "Zugänglichkeit" des Universitätssystems in Österreich geführt. Zu diesem Ergebnis kommt ein "Global Higher Education Ranking" des Educational Policy Institute in Washington (USA), das Österreich unter 13 Staaten in dieser Kategorie an der letzten Stelle führt.

Das "zugänglichste" Uni-System haben die Niederlande vor Finnland, Großbritannien und den USA, gefolgt von Kanada, Australien, Irland, Frankreich, Schweden, Italien, Deutschland und Belgien.

Für das Ranking wurden vier Faktoren zusammengeführt: Die Beteiligungsrate misst, wie viel Prozent der Bevölkerung eines bestimmten Alters an Hochschulen studieren, die Abschlussquote und wie viele Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen Studienabschluss haben. Als weiteres Beurteilungskriterium wurden eine Art sozio- ökonomischer "Gerechtigkeits-Index" ("educational equity index") herangezogen, mit dem die soziale Herkunft der Studenten (vor allem der Beruf der Eltern) analysiert wurde, sowie ein Geschlechter- Gerechtigkeits-Index ("gender parity index").
(apa/red)

29.7.2005 11:31
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