Bankomat-Sprenger-Bande zerschlagen! Mehrere verdächtige Personen sind in Haft
- Ließen seit Dezember acht Bankomaten in Luft fliegen
- Festnahme dank Kooperation von Österreich & Italien
·CHRONOLOGIE der Bankomat-Bande
KLICKEN: Wo die Gruppe überall zugeschlagen hat
·Bankomat-Sprengung
in Gröding&Judenburg
BILDER: So brutal geht die Bankomat-Bande vor
Die Serie von Bankomatsprengungen in Österreich ist geklärt, vier von fünf Hauptverdächtigen in Haft: Jene italienische Tätergruppe, die seit Dezember 2004 fünf Geldautomaten in Kärnten, der Steiermark und Salzburg mit einem Sauerstoff-Gasgemisch gewaltsam geöffnet hat und zuletzt im Bezirk Hermagor an einem weiteren Automaten gescheitert ist, wurde nun ausgehoben. Nachdem bereits Ende Mai drei der Täter in Schwaz im Tiroler Unterland beim Versuch, ein Auto zu stehlen, erwischt worden waren, klickten laut Bundeskriminalamt Freitag früh in Udine die Handschellen für die Frau des mutmaßlichen Kopfes der Bande.
Nach der Verhaftung in Schwaz war zunächst dementiert worden, dass die drei Männer mit den Bankomat-Sprengern etwas zu tun hätten. Laut Mag. Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt hing das einerseits mit den mangelnden Beweisen zu jenem Zeitpunkt zusammen, andererseits wussten die Ermittler auch, dass sich noch weitere Mitglieder der Gruppe auf freiem Fuß befanden. Bilder der Überwachungskameras zeigten unter anderem, dass auch eine Frau - bewaffnet mit einer Kalaschnikow AK 47 oder einem Nachbau - an den Taten beteiligt war. Ein fünfter Täter war am Freitag noch auf der Flucht, nach dem 27-Jährigen wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht.
Der Modus operandi der Bande war immer der selbe: Zunächst stahlen die Täter ein leistungsstarkes Auto und die Kennzeichen eines anderen Kfz. Danach folgte ein Einbruch in eine Werkstatt - meist bei einer Metall verarbeitenden Firma -, um an das Sauerstoff-Gasgemisch zu kommen. Bei dem Gemisch handelte es sich um die gleiche Substanz, die auch für Autogen-Schweißarbeiten verwendet wird. Schließlich kümmerten sie sich um die Sprengung der Bankomaten selbst.
Ziele: Automaten in den Foyers
Als Ziele wählten sie immer Geldautomaten in den Foyers von Banken, die in kleineren Städten und/oder weniger belebten Gegenden standen. Wie sie in das Foyer kamen, ist laut Zwettler nicht restlos geklärt. In einem Fall warteten die maskierten Täter, bis ein Kunde das Foyer verließ, und schlüpften durch die Tür in die Bank. In einem anderen Fall wurde die Schiebetür einfach aufgedrückt. Einmal in den Geldinstituten leiteten sie das Gasgemisch in die Automaten und zündeten es mit Schweizerkrachern.
Dann entnahmen sie die Geldkassetten und flüchteten mit den gestohlenen Autos. Diese stellten sie in einiger Entfernung von den Tatorten ab und stiegen in andere Autos um, mit denen sie sich über kleine ehemalige Grenzübergänge nach Italien absetzten. Die Beute beträgt rund 350.000 Euro, der entstandene Sachschaden ist laut dem Leiter des Bundeskriminalamts, Dr. Herwig Haidinger, mindestens noch einmal so groß.
Dass sie zuletzt am 5. Juli in Kötschach Mauthen scheiterten, lag Zwettler zufolge einerseits daran, dass drei der Täter, bereits einsaßen. Die Vorgangsweise sei im Vergleich zu den anderen Taten dilettantisch gewesen, ein Ablenkungsmanöver von den Inhaftierten denkmöglich. Zum anderen handelte es sich bei dem Bankomaten um ein moderneres Modell mit größeren Sicherheitsvorkehrungen.
(apa/red)
