Mittwoch, 27. Juli 2005

Umfrage ergab: Immer mehr Österreicher für eine reine EU-Wirtschaftsgemeinschaft!

  • 18 Prozent glauben an Auseinanderbrechen der Union
  • Alarmierender rot-weiß-roter EU-Popularitätsverlust

Immer mehr Österreicher wünschen sich einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas zufolge, dass die Europäische Union nur im wirtschaftlichen Bereich kooperiert und die politische Einigung bleiben lässt. 52 Prozent, das sind acht Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Vorjahres, sprachen sich für eine rein wirtschaftliche Kooperation der EU-Staaten aus, heißt es in der von der Tageszeitung "Die Presse" (Mittwochsausgabe) zitierten Befragung.

Nur noch 31 Prozent unterstützten die Aussage, "es sollte alles getan werden, damit Europa nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch zusammenwächst". 18 Prozent sind der Überzeugung, dass die Europäische Union wieder auseinander brechen werde. Diese Personengruppe will sogar militärische Konflikte zwischen europäischen Ländern in Zukunft nicht mehr ausschließen.

37 Prozent der Befragten gaben an, dass die Europäer zu unterschiedlich seien, "um wirklich zusammenwachsen zu können". 36 Prozent hoffen, dass die derzeitige EU-Krise "heilsam" ist und den "verantwortlichen Politikern die Augen öffnet".

46 Prozent der Österreicher erwarten "ziemlich starke" Auswirkungen der EU-Krise auf ihr Land. Eine klare Mehrheit (85 Prozent) dieser Gruppe glaubt an "ungünstige Auswirkungen", lediglich zehn Prozent rechnen damit, dass die Krise "günstige Auswirkungen" für Österreich hat.

Österreicher von der EU enttäuscht
Die Umfrage bestätigt die jüngste Eurobarometer-Studie, wonach die Österreicher von der EU-Mitgliedschaft schwer enttäuscht sind. Imas spricht von einem "alarmierenden Trendverlauf": "Die Enttäuschung über die EU hat sich seit 1994, dem Jahr des euphorischen Beitrittsvotums, nahezu verdoppelt. Damals hatten nur 28 Prozent der Bevölkerung Nachteile durch den Beitritt erwartet. Nun ist eine Mehrheit von 54 Prozent der Ansicht, dass der Beitritt "eher Nachteile" gebracht hat. Nur noch 21 Prozent sehen Vorteile.

Die EU-Stimmung ist unter den höheren Angestellten und Angehörigen der höchsten Bildungsschicht noch am besten. Diese Gruppe tritt laut der Imas-Umfrage auch eher für einen weiteren Ausbau der EU ein.

Insgesamt wurden für die Umfrage zwischen 22. Juni und 7. Juli 1014 Personen befragt.

(apa)

27.7.2005 13:49