Dienstag, 26. Juli 2005

Wiener U-Bahn: Eine Sperre der U2 und eine Katastrophenübung im September

  • Linie von 10. September bis 2. Oktober außer Betrieb

Die Wiener U-Bahn-Linie U2 stellt von 10. September bis 2. Oktober ihren Betrieb ein. Grund für die dreiwöchige Sperre sind Arbeiten zwischen den Stationen Schottentor und Schottenring anlässlich der U2-Verlängerung. Die Wiener Linien werden in dieser Zeit eine eintägige Katastrophenübung durchführen, bei der auch die neuen U-Bahn-Garnituren (so genannte V-Wagen) getestet werden.

Bereits im Frühjahr war es zu einer Sperre der Linie gekommen, damals sogar zwei Monate lang. Nun geht es um Schlussarbeiten auf der Stammstrecke, die ihre Station am Schottenring künftig nicht parallel zur U4, sondern unter dem Donaukanal haben wird. Tunnel und Geleisestrecken müssen daher adaptiert werden. "Das sind äußerst komplizierte Vorgänge", erklärte Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, am Dienstag in einer Pressekonferenz: "Sie können nur außerhalb des Betriebs gemacht werden."

Warum man das gerade zu Schulbeginn machen muss, liegt laut Steinbauer am engen Zeitkorsett für die Fertigstellung, die für 2008 das Erreichen des Praterstadions vorsieht. "Wir können die Termine nicht beliebig verschieben", sagte er. Viel wichtiger sei aber ohnehin, dass die "Studentenlinie" U2 noch vor dem Vorlesungsbeginn des Wintersemesters wieder in Betrieb gehen werde.

Während der Sperre wird es zu einer groß angelegten Katastrophenübung unter Beteiligung aller Einsatzorganisationen kommen, kündigte Vizebürgermeister Sepp Rieder (S) in der Pressekonferenz an. Getestet werden auch die neuen Brandschutzeinrichtungen an den Nachfolgezügen der bisherigen "Silberpfeile". Sie verfügen unter anderem über Rauchmelder am Dach, Temperaturfühler am Untergestell und Rohrleitungen mit Spritzdüsen zur besseren Brandbekämpfung.

Bei der Übungsannahme will man sich nicht unbedingt an den aktuellen Ereignissen in London orientieren, sondern generell die Sicherheitsbedingungen in der Wiener U-Bahn austesten, so der Vizebürgermeister. Kritik übte er am Bundesheer bzw. am Verteidigungsministerium, das angeblich eine eigene Übung in der U-Bahn-Station Schönbrunn plane. "Ich kann darüber nur den Kopf schütteln", sagte Rieder unter Hinweis auf die touristische Funktion dieser Station. Er lud das Bundesheer dazu ein, sich an der Übung in der U2 zu beteiligen.

(apa)

26.7.2005 13:04