Dienstag, 26. Juli 2005

Auch Linz bekommt nun Videoüberwachung:
Ab Herbst "Big Brother" in der Altstadt

  • 9 Kameras kommen in Landeshaupstadt zum Einsatz
  • Nicht wegen Terror sondern wg. Gewaltausschreitung

Nicht aus Terrorgründen, sondern wegen Gewaltausschreitungen in den vergangenen Wochen wird ab Herbst in Linz eine Videoüberwachung in Betrieb genommen. In der Altstadt sowie in einer Unterführung in Urfahr sollen insgesamt neun Kameras installiert werden. Der Linzer Polizeisprecher Fuchs bestätigte im Gespräch mit der APA den geplanten Einsatz.

Ab September sollen vier Kameras die Linzer Altstadt überwachen. Ein zweiter neuralgischer Ort, wo es immer wieder zu Gewaltexzessen kommt, ist die Unterführung Hinsenkampplatz im Stadtteil Urfahr, berichtete das ORF-Radio. Hier ist der Einsatz von fünf Kameras geplant.

Die Bilder aller neun Kameras laufen im ehemaligen Landesgendarmeriekommando zusammen, das ab Herbst Sitz der neuen Stadtleitzentrale der Polizei sein wird. Zudem soll die Polizeiinspektion Landhaus in der Altstadt einen Monitor bekommen, wo ein Beamter das aktuelle Geschehen mitverfolgen kann. Die Bilder sollen 48 Stunden gespeichert werden.

Weiterer Ausbau geplant
Zu den zwei seit Frühjahr in Betrieb befindlichen zwei Systemen am Wiener Schwedenplatz und am Parkplatz der Shopping City Süd in Vösendorf stehen derzeit sechs weitere Orte für eine Videoüberwachung in Überlegung, heißt es im Innenministerium. Die Kosten betragen jeweils rund 25.000 Euro.

In Linz stehen die Altstadt und die Unterführung Hinsenkampplatz auf den Agenden. Dort war es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In Innsbruck soll der Rapoldipark überwacht werden, der als Drogenumschlagplatz gilt. Zuletzt war der Ort wegen des Mordes an der 19-jährigen niederösterreichischen Betriebswirtschaftsstudentin Daniela Kammerer ins Gespräch geraten. Die junge Frau war in einer Telefonzelle direkt neben dem Park erstochen aufgefunden worden.

In Vorarlberg soll Grenze videoüberwacht werden
In Vorarlberg sind die Grenzkontrollstellen zur Schweiz im Gespräch. Dort dürfte der Hintergrund im Personalmangel an Grenzbeamten zu suchen sein. Der Jakominiplatz ist in Graz für die Videoüberwachung vorgesehen. Dort ist es immer wieder zu Gewalttaten gekommen.
In Wien soll auch der Karlsplatz überwacht werden. Er ist nach wie vor einer der Treffpunkte der Drogenszene.

Pläne noch lange nicht fix
Über die Standorte der Videoüberwachung scheint allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen. Auf anderen Aufstellungen scheinen andere Orte auf. Überlegt wurde die Installation eines Überwachungssystems auch für den Linzer Hauptbahnhof und den Vorplatz des Salzburger Hauptbahnhofs. Das scheint derzeit - Stand Dienstag - vom Tisch zu sein. Noch im Herbst 2005 könnten die neuen Systeme jedenfalls in Betrieb gehen. Die letzte Entscheidung hat der Rechtsschutzbeauftragte des Innenministeriums.

Argument der Behörden sind die sinkenden Kriminalitätsraten an den bereits überwachten Plätzen. Abgesehen von den Systemen der Polizei sind in Österreich Tausende Kameras installiert - zum Beispiel jene der Asfinag an Autobahnen oder der Wiener Linien in U-Bahnstationen. Die Videoüberwachung gemäß Sicherheitspolizeigesetz muss jedoch in Anschlägen öffentlich gemacht werden, die Aufzeichnungen der Bilder werden nach 48 Stunden gelöscht. In der Wiener U-Bahn soll noch im Sommer ein Testbetrieb zur Aufzeichnung der Bilder starten.
(apa/red)

26.7.2005 11:47