Samstag, 23. Juli 2005

Urlauberverkehr rollt gegen Süden: 20 km Stau vor Tauerntunnel bringt Verkehrschaos

  • Blockabfertigung: Rund vier Stunden Wartezeit!
  • A21: Behinderungen wegen Errichtung einer Brücke

Kilometerlange Staus und viel Geduld mussten am Samstag Autofahrer auf der Tauernautobahn (A10) und im Großraum Wien rund um die Sperre der Wiener Außenringautobahn (A21) aufbringen, meldeten ARBÖ und ÖAMTC. Auf der A10 erreichte die Staulänge auf Grund des Urlauberverkehrs im Zuge der Blockabfertigung vor dem Nordportal des Tauerntunnels rund 20 Kilometer.

Die Reisenden mussten eine rund vierstündige Zeitverzögerung in Kauf nehmen. In der Gegenrichtung kam es durch den Rückreiseverkehr vor dem Katschbergtunnel zwischen Rennweg und St. Michael/Lungau ab Mittag ebenfalls zu Blockabfertigung und mehreren Kilometern Rückstau.

Der zweite Großschauplatz im Reiseverkehr war die A21. Durch die Sperre in beiden Richtungen zwischen Brunn/Gebirge und dem Knoten Vösendorf kam es zu den befürchteten kilometerlangen Staus. Dieser reichte von Brunn/Gebirge rund 20 Kilometer bis Heiligenkreuz zurück. Auch vor der Ausfahrt Mödling auf der Südautobahn (A2) kam es zu massiven Problemen. Auf der Umleitungsstrecke auf der B12a, Brunner Bundesstraße, und der B17, Wiener Neustädter Bundesstraße, ging in beiden Richtungen ab den Vormittagstunden so gut wie gar nichts mehr.

Auf 35 Kilometern geht nichts mehr
"Insgesamt kann man hier von rund 35 Kilometer Verkehrsstillstand rund um die A21 ausgehen", berichtete Thomas Haider vom ARBÖ-Informationsdienst. Um die Strecke zu entlasten, sind seit 8.00 Uhr früh die Ausfahrten Heiligenkreuz und Hinterbrühl in Richtung A2 gesperrt. Mit einer Entspannung der Situation ist laut ARBÖ allerdings erst in den Abendstunden zu rechnen.

Unfall mit zwei Toten im Stau
Im Stau auf der Außenringautobahn (A21) hat sich am späten Samstagnachmittag ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Dabei sind zwei Menschen ums Leben gekommen, wie der ÖAMTC auf Anfrage bestätigt hat.

Nach Angaben der Informationszentrale des Clubs war der Wagen mit deutschem Kennzeichen (Anfangsbuchstaben ES) auf der Richtungsfahrbahn zur Südautobahn (A2) bei Hinterbrühl (Bezirk Mödling) ungebremst auf einen Lkw geprallt. Für die beiden Insassen des Wagens kam trotz des Einsatzes des Notarzthubschraubers "Christophorus 9" jede Hilfe zu spät.

Ein Augenzeuge habe angegeben, dass der Pkw mit hoher Geschwindigkeit auf das Ende des Staus zugekommen sei, berichtete der ORF Niederösterreich. Ein Bremsmanöver sei nicht mehr gelungen. Der Lenker habe das Auto noch verrissen, das schließlich auf der ersten Fahrspur gegen einen stehenden Klein-Lkw mit bulgarischem Kennzeichen geprallt sei. Bei den Todesopfern handelt es sich laut ORF NÖ um ein Ehepaar im Alter von 64 und 57 Jahren.

Urlauberstaus auch in Deutschland und der Schweiz
Die Fahrt in den Urlaub hat auch die Nerven vieler deutscher Autofahrer strapaziert. Nach dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurde vor allem die Reise in den Süden zur Geduldprobe. In Bayern staute sich der Verkehr laut dpa auf der Autobahn A3 Würzburg-Nürnberg auf 25 Kilometern. Auch auf der A9 Nürnberg-München und der Ostumfahrung Münchens gab es Staus. Nicht besser ging es den Rückkehrern aus dem Süden: Auf der A8 Salzburg-München stockte der Verkehr ebenfalls auf 25 Kilometern.

Auch auf den Schweizer Autobahnen ist es am Samstag infolge des Urlaubsreiseverkehrs zu kilometerlangen Staus und Behinderungen gekommen. Vor dem Gotthard-Tunnel wuchs die Autoschlange am Vormittag auf bis zu elf Kilometer an, berichtete der Schweizer Rundfunk. Die Wartezeiten betrugen zweieinhalb Stunden. Vor dem Grenzübergang Chiasso nach Italien staute sich die Blechlawine auf bis zu 17 Kilometer Länge. Behinderungen wurden auch aus dem Bereich des Glion-Tunnels im Kanton Walis (Südwestschweiz) gemeldet.

(apa/red)

23.7.2005 09:11