Donnerstag, 29. Juni 2006

Punkteführerschein: Gorbach präsentiert jeweilige Maßnahmen nach dem 2. Delikt

  • Fix: Für Alkohol am Steuer gibt´s eine Nachschulung
  • Perfektionsfahrt nach Gefährdung von Fußgängern

Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) hat am Dienstag jene Maßnahmen bekannt gegeben, die einem Verkehrsteilnehmer drohen, wenn er zum 2. Mal gegen eines der 13 im Vormerksystem festgelegten Delikte verstößt. Eingearbeitet wurden die Ergebnisse einer Expertenrunde aus Vertretern der Autofahrerclubs, des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, des Verkehrsministeriums sowie der politischen Klubs der Koalitionsparteien, wobei die Vorstellungen der Verkehrspsychologen ebenfalls berücksichtigt wurden.

Das Vormerksystem ist seit 1. Juli in Kraft. Beim ersten Vergehen gegen eines der 13 Delikte gibt es ab sofort eine Eintragung in das örtliche Führerscheinregister. Beim dritten Vergehen innerhalb von 24 Monaten ist der "'Schein" weg. Davor gibt es aber nach dem zweiten Vergehen entweder ein Fahrsicherheitstraining, eine Nachschulung, eine Perfektionsfahrt oder einen Erste-Hilfe-Kurs - je nachdem, um welches Delikt es sich handelt.

Nachschulungen & Perfektionsfahrten
Die jeweilige Maßnahme war bis Dienstag nicht definiert - jetzt stehen sie fest: Für Alkohol am Steuer droht eine Nachschulung, gleiches gilt für das Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstandes. Die Vorrangverletzung und das Überfahren einer roten Ampel, zieht entweder eine Perfektionsfahrt oder ein Fahrsicherheitstraining nach sich. Gleiches gilt für das Lenken eines Kfz "bei Vorliegen technischer Mängel, sofern dies auffallen hätte müssen". Perfektionsfahrten drohen auch bei Gefährdung von Fußgängern am Schutzweg und beim Übersetzen einer Eisenbahnkreuzung wenn Schranken umfahren wurden. Bei Vergehen gegen die vorgeschriebene Beladung eines Kfz wird der Lenker zu einem "Ladungssicherungsseminar" geschickt. Wird ein Kind nicht richtig gesichert, gibt es ein Fahrsicherheitstraining.

Delikte in vier Stufen unterteilt
"Die Nachschulungen sind natürlich auf das jeweilige Vergehen abgestimmt", machte Gorbach-Sprecher Carl Ferrari-Brunnenfeld gegenüber der APA klar. Die Perfektionsfahrt findet im fließenden Verkehr, das Fahrsicherheitstraining auf einem Fahrschulgelände oder Areal eines Autofahrer-Clubs statt. "Hauptaugenmerk wurde dabei auf eine Abstufung nach Schwere der begangenen Delikte gelegt, wodurch festgelegt wird, welche Maßnahme beim Zusammentreffen von verschiedenen Delikten den Vorrang hat", wie es in einer Info des Verkehrsministeriums wörtlich heißt. Die Delikte wurden dabei in vier "Stufen" unterteilt: Alkohol am Steuer etwa gehört zur schwer wiegendsten Stufe eins, der Stufe zwei wurden u.a. Vorrangverletzungen, Missachtung der Kindersicherung oder Gefährdung von Fußgängern zugeordnet. (APA/red.)

29.6.2006 09:28